Review

Gesamtbesprechung - Staffel 1 bis 5

So gut wie SPOILERFREI!

Noch nie war Fernsehen aufregender und spannender als in „24"!

Das damals revolutionäre Echtzeit-Konzept der Serie (jede Folge umfasst genau eine Stunde) wurde bisher konsequent in fünf sagenhaft guten und qualitativ ebenbürtigen Staffeln umgesetzt und hat seit Beginn nur wenig von seiner Faszination eingebüßt!

CTU-Agent Jack Bauer, der Held der Serie (kongenial verkörpert von Kiefer Sutherland), hat es immer wieder aufs Neue mit gefährlichen Terroristen zu tun, die auf unterschiedlichste Art und Weise die Welt (hier: die USA) in die Knie zwingen wollen.

Ging es in Staffel 1 noch um einen potentiellen Mordanschlag, steigerten sich die Drehbuchautoren bereits in der folgenden Staffel zur Atombombe. Von Giftgas über kritische Atomreaktoren bis hin zu Nervengas wurde bisher kein Schreckensszenario ausgelassen.

Wo ein Spielfilm dem Zuschauer auf Grund der knappen Zeit nicht jede Einzelheit servieren kann, setzt das Echtzeit-Konzept von „24" an. Ob es die Vorbereitungen der Terroristen, die Spurensuche der Anti-Terroreinheit oder die Verzweiflung der Würdenträger im Weißen Haus betrifft, dem Zuschauer entgeht keine Minute des Geschehens. Lediglich für drei Werbepausen pro Folge bleibt man im Dunkeln sitzen. Doch hierfür greifen die Autoren wohl überlegt zu den Möglichkeiten des Konzepts und nutzen diese Breaks für Ortswechsel einer Person („In fünf Minuten bin ich bei euch") oder einfach zur Schauplatzverlagerung.
Auch hier liegt die große Stärke der Serie. Viele Schauplätze und Figuren (Verwendung der Splitscreen-Technik) lassen keine einzige Minute als luftleeren Raum verstreichen. Überall kriselt es. Sei es wegen der Terrorgefahr oder wegen privater Probleme der Protagonisten.
Während Jack Bauer in Staffel 1 noch viel von seinem Privatleben preisgab, wurde dieser Aspekt in den kommenden Staffeln immer weiter zurückgefahren. Elisha Cuthbert, die bis Staffel 3 Jacks (nervige) Tochter spielte, wurde für den vierten Einsatz aus der Serie raus geschrieben und durfte lediglich bei Tag 5 in zwei Stündchen ihren Dad besuchen. Zudem wurde zunehmend auf parallele Handlungsstränge verzichtet, die sich zu weit von der eigentlichen Thematik (nämlich der Terror-Bedrohung) entfernen. Somit wirkt das Geschehen seit Staffel 3 noch straffer und packender.

Die Spannung der dargstellten Ereignisse stützt sich vor allem auf den durchaus vorstellbaren realen Hintergrund und die überaus brisanten Plot-Konstrukte der Autoren, bei denen auch hochrangige Regierungsmitglieder immer wieder ihre Finger im Spiel haben (ein Highlight diesbezüglich dürfte Staffel 5 darstellen - wohl als eine Art Anti-Bush-Kampagne).

Auch die Tatsache, dass Jack Bauer kein Supermann Marke James Bond ist, hat was für sich. Ohne die tatkräftige Unterstützung seiner Agenten der CTU (Counter Terrorist Unit) wäre er wohl schon lange unter der Erde bzw. hätte er wenig Chancen, die tägliche Bedrohung rechtzeitig vor Ablauf der 24 Stunden zu stoppen.
Zudem gelingt es den Autoren immer wieder, mit plötzlichen Todesfällen einiger Hautdarsteller die Fangemeinde zu schocken. Ich denke, ich verrate an dieser Stelle nicht allzu viel, wenn ich sage, dass in der sechsten Staffel - außer Jack Bauer - keiner aus der Urbesetzung mehr am Leben ist.
Einen ähnlichen Cut gab es bereits in Staffel 3, als Bauer mit einem Feind aus alten Tagen abrechnen durfte.

Wenn 24 Stunden lang die Spannung auf höchstem Niveau gehalten werden soll, ist klar, dass die Serie nicht an zahlreichen Cliffhangern vorbei kommt. Am Ende einer jeden Stunde wird der Zuschauer (fast immer brutal) zum Schauen der nächsten Folge „gezwungen". Dass sich die Ereignisse nun immer in der 59sten Minute zuspitzen, mag etwas unrealistisch erscheinen, jedoch ist es keineswegs so, dass man erst am Ende der jeweiligen Stunde einen Fortschritt in der Story bemerkt. Ständige Hindernisse und die Tatsache, dass die Ermittler der CTU nie schlauer sind als der Zuschauer, sorgen für absolute Hochspannung und Überraschungen am laufenden Band. Zwar sind manche Wendungen bei genauem Hinsehen an den Haaren herbeigezogen, doch stört das wenig, da man kleine sich ergebende Logikfehler dank der langen Laufzeit bis dahin schon wieder vergessen hat.
Diese Logikfehler sind übrigens unbeabsichtigt. Gerüchten zufolge entwickeln die Drehbuchautoren die Story immer im Sechs-Stunden-Takt. Das heißt, dass weder Stab noch Besetzung um 12:00 Uhr Serienzeit weiß, was um 19:00 geschehen wird. Somit werden nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Darsteller bei der Stange gehalten und Häppchenweise mit neuen Erkenntnissen gefüttert.

Noch ein paar Sätzchen zu den Schauspielern.
Neben Kiefer Sutherland kann vor allem der starke Dennis Haysbert als Präsident Palmer überzeugen. Sein Ausstieg aus der Serie als Hauptdarsteller nach Staffel 3 hat zwar eine große Lücke hinterlassen, doch ist es den Machern gelungen, diese durch mehr Prominenz in Gastrollen auszugleichen. Schon von Beginn an konnten die Produzenten bekannte Gesichter wie Dennis Hopper, Tobin Bell, Arnold Vosloo oder Peter Weller für Schurkenrollen gewinnen.
Auch vorher eher unbekannte Leute wie Carlos Bernard (Tony Almeida), Penny Johnson (Sherry Palmer) oder Gregory Itzin (Präsident Logan) geben ihren Rollen das nötige Profil und wurden teilweise mit Emmys für ihre grandiosen Leistungen ausgezeichnet.

Fazit:
Diese zu Recht mit Preisen überhäufte TV-Serie toppt jeden Kino-Thriller! Actionreicher, spannender und härter geht es einfach nicht!
Wer sein Herz auch mal darauf testen will, wie oft es maximal pro Minute schlagen kann ohne zu explodieren, der sollte bei den DVD-Boxen zugreifen. Da kann man sich die 24 Stunden selbst einteilen und ist nicht auf die planlosen Ausstrahlungen von RTL 2 angewiesen.
Wenn irgendetwas in Sachen Film und Fernsehen die volle Punktzahl verdient hat, dann ist es „24"! 10/10 Punkten!

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