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Endlich eine Serie, die wirklich spannend ist und kaum langweilig wird. Nach so Flops wie "Mutant X", "The Immortal" und "Witchblade" präsentiert uns RTL2 überraschenderweise mal eine anständige Serie. Kiefer Sutherland (Truth or Consequences) war einer der Stars der frühen 90er und tauchte aber in den späten 90ern immer mehr in Flops unter. Doch dann bekam er die Rolle des Jack Bauers in der Serie "24" und Sutherland konnte sich noch vor dem entgültigen Ertrinken in der Flop-See retten.

Kommen wir zuerst zu den Darstellern. Kiefer Sutherland spielt Jack Bauer wirklich einmalig und realistisch. Bauer ist kein muskelbepackter Held a'la Schwarzenegger. Eher ist er eine Figur a'la John McClance, der in gefährlichen Situationen über sich hinaus wächst. Dabei versucht er alles zu tun, um die Lage zu retten, auch wenn er dabei einige Grenzen überschreiten muss. Elisha Cuthbert (The Girl next Door) spielt Jacks Tochter Kim, die in der ersten Staffel samt ihrer Mutter von Terroristen entführt wird. Cuthbert haucht der Figur der Kim Bauer wirklich Leben ein und spielt diese Rolle überhaupt nicht schlecht. Nach dem Erfolg von "24" ist und wird sie noch in größeren Kino-Produktionen zu sehen sein. Dennis Haysbert (Heat) spielt den afroamerikanischen Senator David Palmer, der in der 2. Staffel der Präsident der USA wird. Palmer handelt oft so, wie man es sich auch von dem echten US-Präsidenten gewünscht hätte. Im Gegensatz zu Palmer versagt Bush jedoch auf fast ganzer Linie mit seiner patriotischen Kriegs-Politik. Allerdings wird Palmer öfter an seinen Vorhaben durch seine Frau Sherry (Penny Johnson) gehindert. Penny Johnson spielt ihre Rolle so, dass sich viele wirklich wünschen, dass Sherry bald das Zeitige segnet. Doch bisher ist sie noch am Leben geblieben. Dann gibt es da noch Sarah Clarke, die Nina Myers spielt. Anfangs denkt man noch, dass Nina auf der Seite von Jack wäre. Aber gegen Ende der 1. Staffel wechselt Nina auf die Gegenseite und ermordet schließlich Jacks Frau Teri (Leslie Hope). In der 2. Staffel wird Nina allerdings zu einem wichtigen Informanten. Zudem gibt es in beiden Staffeln von "24" noch zahlreiche Gastauftritte. Dazu gehören u.a. Dennis Hopper (Speed), Richard Burgi ( der Held aus dem Mega-Flop "Starship Troopers 2"), Lou Diamond Philipps (The Big Hit), Laura Harris (The Faculty) und schließlich Sarah Wynther (The 6th Day).

Das Format der Serie ist auch wirklich orginell und spannend umgesetzt worden. Jede Episode der Serie spiegelt eine Stunde in Echtzeit (ohne Werbung allerdings nur 45 Minuten) wieder. Bei 24 Folgen ergibt das natürlich einen ganzen Tag. Dieses Format wurde schon in dem Film "Gegen die Zeit" mit Johnny Depp angewendet, war aber nicht so erfolgreich.

Die Action der Serie wurde glücklicherweise nicht in Slowmotion, Bullet-Time oder Hong Kong-Action umgesetzt. Eher erinnert die Action an die gute alte Schule der 80er. Wenn Jack Bauer zB einen Gegner oldschool-mäßig zusammenschlägt oder sich gut inszinierte, aber nicht übertrieben wirkende, Shot-Outs liefert, dann wirkt das nahezu absolut realistisch. Auch wenn Jack im Finale von Season 1 in bester John Woo-Manier Victor Drazen (Dennis Hopper) mit einer Pistole in jeder Hand attackiert, schlägt das Herz eines jeden Action-Fans höher. Im Finale von Season 2 hingegen liefert er sich einen knallharten Zweikampf mit einem Soldaten und bricht ihm schließlich das Genick. Das zeigt auch, dass Bauer rundum ausgebildet ist und nicht nur im Umgang mit Schusswaffen ein Profi ist.

Ein interessantes Format, klasse Darsteller, eine spannende Story und gute gemachte Action machen "24" zu einer der besten Serien aller Zeiten. Darum kann sie mit Serien wie "Buffy", "Friends" und "Dark Angel" mehr als mithalten.

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