Review

Vier hohle Weibsen, eine doofer als die andere, fahren zum Zelten in den Wald und werden – wie es der Brauch so will – von zurückgebliebenen, sexuell frustrierten Hinterwäldlern niedergemetzelt…

Mit BREAK erreicht uns ein billig heruntergekurbelter Backwood-Slasher, wie er überflüssiger nicht hätte ausfallen können. Nicht nur, dass das Thema mittlerweile so ausgelutscht ist wie ne Zitrone beim Tequilla-Wettsaufen, die Art und Weise wie uns BREAK seine Thematik präsentiert, ist schlicht so dröge und fad, dass man sich besser vor dem Glotzen eine Kanne Kaffee aufsetzt, um den Streifen wachen Auges zu überstehen.

Was erwartet uns also hier: Schlagwort „Weiberurlaub“. Wer zu Beginn noch keine Parallelen zu „The Descent“ erkennt, dem werden diese spätestens bei dem schwarzweißen Gruppenfoto ins Gesicht springen. Im Vergleich zu den Grazien in „Descent“ (ich sag nur: Juno, du geile Sau!) fallen die Mädels hier optisch leider weitaus weniger einladend aus und plagen sich (und somit leider Gottes auch uns) mit allerlei Zickenproblemen herum. Die eine hat z.B. gerade ihrem treulosen Freund den Laufpass gegeben, ist aber trotzdem hin und her gerissen, ob sie ihm nicht doch noch mal eine Chance geben soll, denn – oh Gott, ihr werdet’s nicht für möglich halten – sie ist schwanger von diesem fremdgehenden Schwein… bla bla bla, *keif-keif*, *heul-heul*, und so weiter und so fort… Fuck, wen interessiert’s!?

Ich würde mich nicht bescheren, wenn dieses Ausmaß an geballter Blödheit und Langeweile wenigstens durch fiese Killer, fette Monsterhoschis oder heftigen Gore ausgeglichen werden würde. Leider versagt der Streifen aber auch auf dieser Linie voll und ganz. Die Hinterwäldler – es gibt sage und schreibe zwei an der Zahl – tragen Tarnanzüge, wohnen im Wald, stellen böse Fallen auf und einer von beiden ist (Achtung: innovativ!) etwas zurückgeblieben und entstellt. So frisst er beispielsweise das Laub von den Sträuchern und brüllt ohne Grund rum wie ne Wildsau zur Brunft. Die Highlights in Sachen Gore sind ein Pfeil im Auge, eine Schaufel im Kopf, ein Messer im Schritt und zwei abgehackte Füßchen am Strick, welche auch das Cover zieren – nix weltbewegendes also.
Im Gegensatz zu vielen Mainstream-Backwoodies (siehe „The Hills Have Eyes“, „Wrong Turn“, „Frontier(s), High Lane“… um nur einige zu nennen) hat BREAK auch eine Art Rape&Revenge-Part, inklusive Vergewaltigung und sexueller Erniedrigung, wie wir ihn aus „Ich Spuk Auf Dein Grab“ oder „Last House On The Left“ kennen.
Es wirkt fast als sei BREAK ein Mischmasch aus den besten Szenen verschiedener Backwood-Slasher, als hätte er sich das Beste aus sämtlichen Genre-Klassikern zusammen geklaut, dieses verwurstet und dann sozusagen als „Gut&Günstig“-Produkt in die Menge geschlonzt. Kenner der Materie werden viele Szenen wieder erkennen und den dreisten Klau durchschauen. All jenen wird es gewiss recht hart aufstoßen, wie unverblümt der Streifen sich an Genregrößen bedient hat.

Noch eine kleine Besonderheit: Die Mädels im Film fahren tief in die Kanadischen Wälder, gedreht wurde aber in Deutschland, um genauer zu sein im schönen Bayern im Oberammergau.


Gore: (+)(+)(-)(-)(-)
Thrill: (+)(-)(-)(-)(-)
Nerv: (+)(+)(+)(+)(-)

„Seht euch das an: der Baum sieht aus wie’n Schwanz!“


Fazit:
Unnötig, unspektakulär, dümmlich und in kaum einer Szene überzeugend, dazu noch ein billiger Abklatsch quer durch die gesamte Backwood-Landschaft und darüber hinaus.
Hinterwäldler und kein Ende, oder wie!? Langsam wird’s echt langweilig…

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