Ursprünglich als Remake des Jamie Lee Curtis Slashers „Terror Train“ geplant, entwickelte sich „Train“ im Laufe der Produktionsphase in eine komplett andere Richtung. Genauer gesagt man ging Richtung Folterfilm und orientierte sich dabei stärker an Eli Roths „Hostel“ als vielleicht manch anderer Genrevertreter.
Story: Aufgrund einiger Sportveranstaltungen befindet sich die Catchmannschaft um die junge Alex gerade in Osteuropa. Um ins ukrainische Odessa zu kommen steigt die kleine Gruppe in den nächsten Zug. Umgeben von zwielichtigen Gestalten, einen seltsamen Bahnführer wird schon schnell der erste der Mannschaft vermisst. Nach und nach kommt die anderen hinter das grausame Geheimnis, welche sich in den vorderen Wagons des Zuges verbirgt.
Wie schon im Intro erwähnt schreit einem sofort „Hostel“ in Gesicht wenn man die ersten Minuten von „Train“ anschaut: Eine Gruppe von Jugendlichen in Osteuropa; die gleichen osteuropäischen Klischees; eine düstere Atmosphäre; ähnlich angelegte, stimmungsvolle Sets; nackte Haut und eine außerordentlich explizite Gewaltdarstellung.
Gerade beim letzteren Punkt drückt der Film stark auf die Tube und zieht die Gewaltschraube bisweilen bis zur Unerträglichkeit an. Schon die Titelsequenz dürfte den deutschen Zensoren sauer aufstoßen und es bleibt da die Frage in welcher Form „Train“ in Deutschland erscheint. An eine unzensierte Auswertung habe ich persönlich nach der Sichtung der Gewaltszenen meine Zweifel. Von Häutungen, Ausweidungen bis hin zu Szenen wo jemanden das Auge rausgerissen wird, wird dem geneigten Fan so einiges geboten.
Dabei haben mich nicht einmal die Gewaltszenen am meisten schockiert, sondern die Szenen in denen „Train“ schon ins menschenverachtende übergeht. Anpinkelt, Sex mit einem Toten, Angedeutete Massenvergewaltigung um hier mal ein paar Schlagworte zu nennen.
Die Darsteller machen ihre Sache sehr gut, allen voran natürlich Thora Birch, und Regisseur Gideon Raff schafft es, was andere Regisseure, welche im Foltergenre wildern nur äußerst selten schaffen: Man kann eine Verbindung mit den Figuren aufbauen und mit ihnen Mitleiden. Etwas das in dem Subgenre äußerst wichtig ist.
„Train“ ist nach unzähligen Enttäuschungen endlich mal wieder ein großartiger Beitrag zum Folterfilm, auch wenn er dem Genre nicht mehr sonderlich viel Neues zu bieten hat. Dafür ist es aber Top umgesetzt. Abgesehen von ein paar Längen gegen Ende des Filmes und dem einen oder anderen eher schlecht wirkenden Effekt ist der Streifen einfach nur geil geworden.