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Tietou (Jackie Chan) kommt aus einer ärmlichen Region Chinas. Seine große Liebe Xiu Xiu (Jinglei Xu) geht nach Japan, um da ihr Glück zu suchen. Tietou hört nichts mehr von ihr, reist ihr aber einige Jahre später nach. Doch die anderen Chinesen dort, wissen auch nicht wo sie sich aufhält. Tietou hält sich zunächst mit Gelgenheitsjobs über Wasser, dabei ist er auf der ständigen Flucht vor dem Gesetz. Er findet schließlich heraus, dass Xiu Xiu mittlrweile mit dem Yakuza Eguchi (Masaya Katô) verheiratet ist. Tietou beschließt daraufhin sein Glück selbst in die Hand zu nehmen und beginnt kleinere Gaunereien, doch schließlich wird er immer mächtiger. Dabei legt er sich allerdings mit den alteingesessenen Yakuza und seinen eigenen Leuten an...

"Stadt der Gewalt" ist kein typischer Jackie-Chan-Actionfilm, sondern ein Hybrid aus Gangster- und Flüchtlingsdrama. Und so fühlt man sich ab und an auch immer mal wieder an das Non-plus-Ultra in diesem Genre, "Scarface", erinnert. Doch zu diesem gibt es einige Unterschiede. So kommen in "Stadt der Gewalt" immer wieder Zufälle zum tragen, die zwar im Hong-Kong-Kino nicht untypisch sind, aber doch die Geschichte leicht unglaubwürdig machen. Auch der Charakter des Tietou ist einem Tony Montana unähnlicher als man auf den ersten Blick vermuten würde. Denn Tietou handelt zwar auch, um sein Glück zu machen, allerdings werden bei ihm auch immer einige edlere Motive herausgearbeitet. Dies ist auch eigentlich der grundlegende Charakter von Tietou: Der freundliche, aufrichtige Mensch, der in die finstere Rolle gedrängt wird, nur um schließlich das beste aus ihr zu machen. Also eine typische Chan-Rolle, die zu ihm passt und die er auch glaubwürdig und durch gutes Schauspiel verkörpert. Auf Actioneinlagen wie man sie allerdings von früheren Chan-Filmen gewohnt ist, muss man allerdings weitestgehend verzichten, abr dies ist ja, wenn man die jüngste Filmographie und sein Alter berücksichtigt, nichts neues und verwundert auch nicht weiter. Während sich Chan bei Overacting meist zurück hält, können dies die anderen Darsteller zumeist nicht. Gerade die Schauspieler aus Hong-Kong fallen dadurch auf, wohingegen das bei den meisten Japanern etwas dezenter hervortritt. Da dies allerdings auf der einen Seite zum asiatischen Film dazu gehört und zum anderen Geschmackssache ist, gibt es hierfür selbstverständlcih auch keine Abwertung. Vor allem Naoto Takenata als Cop der mal Verbündeter, mal Verfolger Tietous ist kann überzeugen, ebenso Masaya Katô. Auf Seite der chinesischen Darsteller kann vor allem Daniel Wu punkten, der innerhalb des Films eine Wandel vom armen, aber aufrichtigen Schlucker zum drogensüchtigen Verbrecher durchmacht.
Auch die Story ist, wie eingangs erwähnt, nicht nur auf rein auf die Gangstergeschichten ausgelegt, sondern zeigt auch das Problem der chinesischen Flüchtlinge in Japan auf und etwas tragische Romantik fehlt selbstvrständlich auch nicht. Die vielen Subplots sorgen allerdings dafür, dass einige Storyelemente und Charakterzeichnungen zu kurz kommen. Man hätte sich hier entweder auf bestimmte Elemente konzentriert oder aber die Laufzeit etwas länger wählen sollen. Ansonsten ist die Geschichte aber gradlinig und spannend erzählt, auch wenn das Ende etwas zu theatralisch ausgefallen ist. Der Sound und der Score kann ebenfalls überzeugen und kommt in den Actionszenen wuchtig, in den anderen dezent und stilvoll zum Einsatz. Auch der Gewaltgrad ist für so einen Film zwar nicht übermäßig, aber dennoch hoch und passt zum Gesamteindruck.
Somit bleibt ein Film, der in Chans Biographie durchaus eine kleine Sonderrolle einnimt, da er hier weder den reinen Helden gibt noch die typische Action vorkommt. Der Film ist ein gelungenes Drama mit kleinen Schönheitsfehlern.

8/10

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