Review

Vom Ende der 80er bis zur Mitte der 90er drehte Deran Sarafian einige Filme für den Actionfan, die vom Budget irgendwo zwischen gehobener B-Klasse und kleinem Studioprojekt liegen – so wie auch „Gunmen“.
Knarrenmann Nummer eines ist der Fahnder Cole Parker (Mario Van Peebles), der mit knallharter Hand gegen Drogenbarone und ähnliches Lumpenpack geht – zur Not auch ohne Genehmigung. Damit hätte man bereits den harten Part des Buddyduos, es fehlt der komödiantische Sidekick, denn Feinde hat Cole bereits: Den Drogenbaron Peter Loomis (Patrick Stewart) und seine Killertruppe, darunter auch Armor O'Malley (Dennis Leary), Loomis' rechte Hand.
Amor nietet einen Dieb um, der seinen Boss bestohlen hat – allerdings ohne das Versteck der Beute zu erfahren. Dies kennt dann nur noch Dani Servigo (Christopher Lambert), der Bruder des Getöteten. Allerdings kennt er nur den Hafen, in dem man die Knete lagert, den Namen des Bootes wiederum kennt Cole, der Dani einbuchtet. Dani ist ein Taugenichts mit lockeren Sprüchen, also der Comedic Sidekick zum harten Mann.

Auch Amor bekommt von der Sache Wind und macht Jagd auf die beiden, doch beide sind versessen an die Knete zu kommen – am besten ohne den unfreiwilligen Partner. Doch die Gegner scheinen übermächtig…
Deran Sarafians Film ist eher für Genrefans gedacht, denn Neues bietet der Plot, der Gemeinsamkeiten zu „Zwei glorreiche Halunken“ aufweist kaum: Der harte Cop Cole (good) massakriert die Schergen Amors (bad) und schleift Dani (ugly) mit durch, natürlich werden die Buddys Freunde und nieten das Pack zum Schluss gemeinsam um. Der obligatorische Verräter in den Reihen der Drogenfahnder darf da natürlich nicht fehlen, doch ist schnell erkannt und auch sonst gibt’s wenige Überraschungen. Dafür tritt Sarafian derbe aufs Gaspedal, unterbricht die Hetzjagd auf das Heldenduo selten und sorgt für einige Atmosphäre im Dschungelszenario.
Leider hapert es hier auf der Actionseite, denn gerade in dem Punkt hat „Gunmen“ zu wenig zu bieten. Die meisten Feuergefechte sind kurz und zudem dünn gesät, selbst der Showdown ist etwas zu schnell vorbei, um wirklich begeistern zu können. Immerhin ein paar nette Stunts gibt es zu sehen (Sprung aus dem Fenster, die Aktion mit dem Hubschrauber und dem See), die Inszenierung der Action ist OK, doch insgesamt hinterlässt „Gunmen“ actiontechnisch einen unbefriedigenden Eindruck.

Ebenfalls etwas problematisch ist der Comedyanteil dieser Actionkomödie, denn es handelt sich meist um wenig feingeistigen Klamauk. Dani frisst Fliegen, streckt blöd guckenden Beamten die Zunge raus, will am Lagerfeuer mit dem im Halbschlaf befindlichen Cole kuscheln, damit der ihm das Versteck verrät usw. Allerdings sind diese Jokes eher doof, sodass der Slapstick enttäuscht. Auch den Wortgefechten fehlen oft der Pep und neue Ideen, aber ein paar coole Oneliner bekommen sie schon hin (z.B. als die beiden die Waffenhändlerin besuchen).
Dass die Komik bei aller Blödheit nicht ganz daneben wirkt liegt auch an den Hauptdarstellern, denn Christopher Lambert und Mario Van Peebles spielen immerhin mit Mut zur Selbstironie und einiger Coolness. Oscarverdächtig ist das sicher nicht, aber doch recht lustig. Patrick Stewarts Rolle ist eher klein, dafür macht Dennis Leary als eigentlicher Bösewicht einen guten Job und auch die Nebendarsteller passen ganz gut in ihre Klischeerollen.

Dank Inszenierung und Tempo reicht es für „Gunmen“ dann noch zum Mittelmaß, doch für mehr ist die Action zu dünn gesät, die Komik zu dämlich und der Innovationsmangel zu groß.

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