Review

Wirr und wahnsinnig!

Eine Inhaltsangabe wird es zu „Sword & Sorcerer“ von mir nicht geben. Dazu ist Albert Pyuns magischer Barbarenkompott zu... undurchsichtig. Um es mal vorsichtig auszudrücken. Denn in knapp über 90 Minuten derart viele Figuren, Orte, Konflikte, Zeitsprünge und übernatürlich Tricks einzubauen, schafft nicht jeder. Das ist völlig unübersichtlich, verwirrend und wenig durchdacht - doch irgendwie auch wahnsinnig cool und mit gewaltigen Eiern. Pyun ging mit seinem Regiedebüt (!) direkt aufs Ganze. Und er wurde belohnt, denn dieses B-Movie-Epos, mit dem wohl coolsten Poster aller Zeiten, hatte durchaus gesunden Erfolg und bis heute viele Anhänger. Selbst die vorm Abspann schon angekündigte Fortsetzung kam irgendwann - auch wenn sie 28 (!) Jahre auf sich warten ließ, zwei Klassen tiefer spielt und mit dem TV-Hercules notbesetzt wurde...

Zurück zum Schwert und dem Zauberer, mit Vollgas hinein zwischen Krieger und schöne Frauen, teuflische Dämonen und gierige Herrscher, verlorene Thronerben und faulen Zauber. „The Sword & the Sorcerer“ rockt! Schon die ersten zehn Minuten geben mehr WTF?!-Momente als drei heutige Sandalenschlocker zusammen. Und das ist keine Übertreibung. Bei dem ganzen magischen Bombast und fantastischen Tohuwabohu wird selbst Arnie eifersüchtig. Wäre das alles nur etwas leichter zu verstehen, hätte ich wohl einen neuen Lieblingsfilm. So bleibt ein unglaublicher Guilty Pleasure. Quatsch mit Glitzersauce, hübschen Frauen und ihren sekundären Geschlechtsmerkmalen, harten Schwertkämpfen, tollen handgemachten Effekten und fiesen Dämonenmagiern. Mit fliegenden Schwertern und plastischen Masken, mit gekidnappten Maiden und bärtigen Helden. Die Platte ist voll. Man muss nur zugreifen. Ich bin gespannt beim wievielten Mal ich verstehe, was da auf der Leinwand überhaupt abgeht... Oder ob das ein unmögliches Unterfangen ist.

Fazit: selten hatte ich weniger Ahnung, was da gerade passiert, wer da warum gegen wen kämpft - und war dennoch begeistert. Mit „The Sword & The Sorcerer“ ist Albert Pyun eines der verrücktesten und unübersichtlichsten, blutigsten und fantastischsten „Barbaren“-Abenteuer überhaupt gelungen. Wäre die Geschichte doch nur etwas sinnvoller und übersichtlicher... Als ob man „Game of Thrones“ mit „Conan der Barbar“ kreuzt und dabei auf LSD ist. Bizarr, kultig, überfällig für eine tolle Blu-ray!

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