Review

Leider laufen die meisten Slasher im Redneck-Milieu immer wieder gleich ab, da hat sich seit dem legendären Kettensägenmassaker von Tobe Hooper kaum etwas geändert.
So sollte man im Fall von Romeros „Staunton Hill“ auch keine Ausnahme erwarten, denn schließlich fällt der Apfel manchmal doch weit vom Stamm und Cameron wird noch einiges dazulernen müssen, um es auf das Niveau seines Vaters und Altmeisters George A. zu bringen.

Die Geschichte spielt sich im Herbst 1969, im ländlichen Teil Virginias ab. Fünf Jugendliche um Jordan und Cole sind auf dem Weg zu einer Demo in Washington, als sie inmitten der Walachei liegen bleiben und über Nacht Schutz in einer Scheune finden.
Am nächsten Morgen entpuppen sich die drei Mitglieder der dort wohnenden Familie (Oma, Mutter, Sohn) Staunton zunächst als freundlich, doch…

Vom Zeitgeist der 69er kommt leider nicht viel durch, da hätte man die Geschichte auch direkt in der Gegenwart ansiedeln können, denn uralte Autos fahren Rednecks schließlich heute noch und alte Kleidung kommt ebenfalls immer mal wieder in Mode.
Demgegenüber vergeigt man auch direkt die Figurenzeichnungen, da sich von den jungen Leuten lange Zeit niemand hervortun kann und erst als sich zwei um den debilen Buddy auf der Farm kümmern, deutet sich ein moralisch gefestigtes Heldenpaar an.
Jedoch muss man eine geschlagene halbe Stunde warten, bis überhaupt ein nennenswertes Ereignis eintritt und weitere fünfzehn Minuten, bis endlich das erste Opfer gekrallt wird.

Im Folgenden laufen Konfrontationen und Zweikämpfe zu spannungslos ab, auch wenn Kamera und Schnitt ordentlich arbeiten und die wenigen Splattereffekte ansehnlich gestaltet wurden. Binnen kurzer Zeit reduziert sich die Anzahl der potentiellen Opfer, so dass im letzten Drittel eine recht überschaubare Anzahl an Protagonisten auf die Hatz geht.
Lediglich bei der Wahl der Übeltäter hat man halbwegs ordentliche Arbeit geleistet, da sticht besonders die Mutter hervor, die einer fülligen Kathy Bates ähnelt und mit ihrem selbstgerechten Lächeln ein paar Bosheitspunkte einfährt.
Insgesamt wird auf darstellerischer Ebene jedoch nur Durchschnitt geboten.

So bleiben bis auf ein weggeschossenes Bein und ein abgezogener Skalp auch nur wenige Szenen in Erinnerung. Das Interieur ist kaum morbide genug, um erfahrene Zuschauer in entsprechend düstere Stimmung zu versetzen und in Sachen Tempo lässt einem vor allem das letzte Drittel im Stich. Der eingebaute Twist ist hingegen ein uralter Hut und bei alledem fällt ein Mitfiebern schwer, da kaum eine Figur einen sympathischen Background erhält, - trotz viel zu langer Vorlaufzeit.

So wandelt Romero Junior auf zu ausgetretenen Pfaden, um mit so einer Regiearbeit einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Handwerklich gibt es gute Ansätze, vor allem sehen die FX ganz nett aus, aber die Geschichte bleibt zu austauschbar und die Dramaturgie versagt vor allem gegen Showdown.
Nur etwas für eingefleischte Genrefans, die diesen Streifen womöglich ein wenig positiver einschätzen, als der Durchschnittszuschauer.
Knapp
4 von 10

Details
Ähnliche Filme