Inhalt:
Virginia im Herbst 1969: Jordan (Cristen Coppen), Cole (David Rountree), Trish (Paula Rhodes), Boone (Kiko Ellsworth) und Raina (Christine Carlo), fünf Studenten, trampen Richtung Washington D. C. um an einer Protestaktion gegen den Vietnamkrieg teilzunehmen. Bei einem abgelegenen Schrottplatz treffen sie auf dessen Besitzer Burgh (Cooper Huckabee) und Quintin (Charlie Bodin) der mit seinem Wagen unterwegs ist um in der Gegend als Erntehelfer zu arbeiten.
Quintin erklärt sich bereit sie mitzunehmen doch kurz darauf hat der Wagen mitten in der Wildnis eine Panne und die sechsköpfige Gruppe ist gezwungen die Wälder zu Fuß zu durchqueren. Schließlich gelangen sie zu einem abgelegenem Anwesen. Deren Bewohner lernen Jordan und die anderen erst am nächsten Morgen kennen. Der Bauernhof gehört der Familie Staunton, bestehend aus Louise Staunton (Kathy Lamkin), ihrem geistig zurückgebliebenen Sohn Buddy (B. J. Hendricks) und Louises Mutter Geraldine Staunton (Sherry Weston), die die Besucher erst mal zum Frühstück einladen. Doch einige Zeit später ist es mit der Nettigkeit vorbei. Es stellt sich nämlich heraus, dass die gesamte Familie Staunton in einer geschlossenen Anstalt wohl am Besten aufgehoben wäre.
Die Stauntons betreiben nämlich einen schwunghaften Organhandel und sind zudem überzeugt hierbei im Auftrag Gottes zu handeln ( zumindest Louise und Geraldine, Buddy tut nur was ihm gesagt wird).
Und so beginnt ein Kampf ums Überleben... .
Meinung:
Staunton Hill ist ein gut inszenierter Backwoodshorrorfilm bei dem Cameron Romero, der Sohn von George A. Romero (Nacht der lebenden Toten, Dawn of the Dead, Der Affe im Menschen), Regie führte. Man sollte mit keinen überhöhten Erwartungen an Camerons ersten Film herangehen. Ich persönlich fand Staunton Hill sehr gut.
Zum einen wegen den nicht klischeehaft dargestellten Charakteren und der Atmosphäre die den Film durchzieht. Dazu tragen die hervorragende Kameraeinstellungen von Andrew Mclean (der zuerst bei Razorback (1984) an der Kameraarbeit mitwirkte) und der einfache aber wirkungsvolle Soundtrack von Jesper Kyd bei.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Film zu einer Zeit spielt als Dinge wie Internet oder Handy noch Zukunftsmusik waren was der Handlung zugutekommt. Gleichzeitig ist Camerons Regiedebüt eine Verbeugung vor den Terrorfilmen der 70-er Jahre, wie Tobe Hoopers Blutgericht in Texas. Dies wird vor allem bei dem Charakter des Buddy deutlich.
Buddy ist, genau wie Leatherface, geistig zurückgeblieben, tut nur was ihm von seiner Mutter und seiner Tante gesagt wird und ist sich eigentlich gar nicht bewusst was er da tut. Gegen Ende bringt er dann auch die letzte Überlebende in Sicherheit (oder versucht dies zumindest). Die einzelnen Mordszenen sind sehr hart anzusehen und tragen zu der dann herrschenden unangenehmen Stimmung des Films bei. Die deutsche DVD ist zwar geschnitten aber die Schnitte fallen gar nicht auf. Genau wie sein Vater drehte Cameron Romero in der Umgebung von Pittsburgh und natürlich gibt es auch eine kleine Anspielung auf des Herrn Vaters ersten Zombiefilm (Habt ihr Night of the Living Dead gesehen ? Glaubt ihr an Zombies ?).
Schauspieler
Cirsten Coppen trat u. a. in Road Trip (2006) vor die Kamera.
David Rountree spielte in xXx 2 und Will to Power (2008) und lieferte das Drehbuch für Staunton Hill.
Paula Rhodes hatte u. a. Auftritte in der TV - Serie Hollywood Wasteland (2010-2012) und in Von Löwen und Lämmern.
Kiko Ellsworth war in Tekken (2010) und der TV - Serie Femme Fatales (2011) zu sehen.
Christine Carlo dürfte des meisten Leuten vermutlich aus derSerie General Hospital (2003) bekannt sein.
Charlie Bodin hatte Auftritte in den Serien Without a Trace (2008), Cold Case (2005) und A Good Knight´ s Quest (2010).
Cooper Huckabee war in der Serie True Blood und dem Film Wehrlos - Die Tochter des Generals zu sehen.
Der neueste Film in dem er mitspielt ist Django Unchained (2012).
B. J. Hendricks war in Will to Power (2008) und Repressed (2011) vor der Kamera.
Sherry Wetson spielte in Dr. House, Criminal Minds und Alle hassen Chris mit.
Kathy Lamkin durfte bereits in Texas Chainsaw Massacre (2003) und Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006) Angst und Schrecken verbreiten. In beiden Filmen spielte sie die Tea Lady. Weiterhin war sie Im Tal von Elah und No Country for Old Men zu sehen.
DVD
Die deutsche DVD von I - ON verfügt über eine Sprachauswahl (dt./engl.). Als Extras stehen ein Making Of, Behind the Scenes, der Trailer zum Hauptfilm und eine Trailershow zur Verfügung.
Fazit
Staunton Hill ist ein Film in der Tradition von Filmen wie Blutgericht in Texas und Last House on the Left. Wer hier in einen modernen Horrorfilm erwartet wird wohl enttäuscht werden.
Cameron lässt sich Zeit bevor der Terror beginnt. Zuerst werden die Charaktere eingeführt und eine gelungene Atmosphäre aufgebaut. Freunde von Klassikern des Terrorkinos und Fans des Old-School Horrorfilms sollten sich den Film zumindest einmal angesehen haben, da er gute Filmunterhaltung für Zwischendurch garantiert.
Ich empfehle den Film erst auszuleihen und dann eventuell zu kaufen.
(6/10)