Review

STAUNTON HILL oder Warum ich einen Film kritisiere und keinen Familiennamen!

Nach 35 Jahren Horrorfilm-Erfahrung habe ich alles gesehen, was das Genre zu bieten hat.
Es gibt für mich folgerichtig kaum mehr Innovationen sondern nur noch Variationen der einzelnen Plots bzw. Subplots.
Und ob nun ein George A. Romero oder sein Sohn oder Lieschen Müller aus der Rosenstraße Regie führt, ist mir ebenso gleichgültig wie unwichtig.
Ein Film - egal aus welchem Genre - muss mich primär unterhalten!

STAUNTON HILL hat mich (entsprechend den mich nicht überraschenden Rahmenbedingungen) gut unterhalten!

Geboten wird der typische Hinterwäldler-Slasher, mit den üblichen Zutaten!
Interessanterweise kommt das Teil ganz ohne den nervigen Teeniewitz klar und ist eine Spur dreckiger und drastischer als andere Vertreter der Neuzeit. Vom Look und Style her atmet STAUNTON HILL den Geist der Schmuddelslasher aus den 1970er-Jahren.
Die Story ist von Anfang an klar und wird auch checklistenmäßig Punkt für Punkt abgehakt.
Frei nach dem Motto: Warum ein erprobtes Rezept verändern? Bei einem Debütfilm wäre ich auch auf Nummer sicher gegangen.
Der simple Storyaufbau (erinnert auch an die Klassiker der 1970er-Jahre) wird durch den ein oder anderen klar erahnbaren Twist ergänzt. Die Wendungen sind jedem routinierten Vielseher schon vor dem Einlegen der Scheibe in den Player klar.
In der ungeschnittenen Version gibt es einige harte Stellen, die genremäßig humorlos herb dargestellt werden. Diese handgemachten Effekte passen sehr gut zur Atmosphäre des Streifens. Splatterfreaks sollten allerdings die Autopsie-Schutzbrille in der Schublade liegen lassen. Diese derben Bluteffekte kommen in der Uncut vor, sind aber nicht als spritzendes Dauerschlachtfest zu verstehen. Dieser Slasher lebt eindeutig von seiner schmutzigen Kulisse und den degeneriert dargestellten Hinterwäldlern.
Der Schluss kommt ein wenig rasch daher.

Eine kleine Bemerkung zu den CUT- und UNCUT-Versionen im Horrorbereich:
Wer schaut sich ein Fussballspiel im Fernsehen an, bei dem man die Tore herausgeschnitten hat?
Richtig, keiner!

Unterm Strich kann ich gedanklich STAUNTON HILL als 1001sten Slasher-Terrorfilm neben die anderen 1000 ins Horrorfilmregal stellen. Empfehlen kann ich den Film allen „Wiederholungstätern unter den Filmfans“.

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