Der 2008 produzierte Film "Chaostage" schlug in den Schlagzeilen hohe Wellen, da es bei der Premiere am 03. Oktober 2008 zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Punks und Polizei kam, insklusive 60 Festnahmen.
Die FSK gibt ihr übriges dazu: "Eine Aneinanderreihung sinnloser Gewalt und Sex-Szenen." Grund genug, sich diesem Film mal zu widmen und eine Review da drüber zuschreiben.
Regisseur Tarek Ehlail nahm sich das gleichnamige Buch von Moses Arndt zu Herzen und verfilmte es.
Die Story ist schwer nachzuerzählen. Im Mittelpunkt stehen Punks, Rechte, zwei Polizisten (ein guter und ein Bad Guy), die Schwester des netten Polizisten, die einen Rechten liebt, und dem Punker Mitch, der die Schnauze vom Punk sein voll hat und scheinbar depressiv ist. Anfangs gibt es keinen großen Bezug zu den einzelnen Charakteren, jedoch kreuzen sich im weiteren Verlauf die Wege schicksalhaft miteinander.
Vorneweg, auch für Nicht-Szene-Kenner ist der Film sehr sehenswert. Aber das größte Manko, das mir zumindest sauer aufstößt, ist, dass dieser episodenhaft gedrehte Streifen andauernd durch Interviews von ehemaligen an chaostagenbeteiligten Punks bzw. damaligen "Stars" aus der Szene unterbrochen wird. Dies gibt dem Film zwar einen pseudo-dokumentarischen Touch, wirkt jedoch völlig fehl am Platz, nervt total und hätte besser in die DVD-Extras gepasst. Kurzum: Ich finde diese gewählte Art "scheiße". Auch wenn der Film dann wohl nur noch auf 50 Minuten Lauflänge gekommen wäre, wäre es besser, unterhaltender gewesen.
Lassen wir die Interviews mal weg und nehmen Bezug auf den restlichen Film: Die Story fesselt mit absurden, witzigen, schockierenden Ereignissen aus dem Punk-Alltag und Verknüpfungen der einzelnen Darsteller. Die Schwarz-Weiß-Malerei wurde weitestgehend auch weggelassen. Nur dass der Anführer der Nazi-Bande gerne anderen einen in die Hintertür reinschiebt, hätte man sich echt sparen können. Der Soundtrack rockt und lässt das Bein im Sessel öfters mitschunkeln.
Auf Ralf Richter hab ich mich sehr gefreut, leider wurde ich in diesem Punkt enttäuscht, da er nur eine kleine unbedeutende (für ihn sogar eigentlich peinliche) Nebenrolle spielt.
Punks werden den Film "Chaostage" eh vergöttern, alle anderen dürfen ruhig mal einen Blick riskieren. Leider ziehen die andauernd den Film-Fluss unterbrechenden Interviews die Bewertung 3 Punkte runter.
5/10