Es müffelt und zwar gewaltig nach niedrig budgetiertem TV-Projekt. Mit „The Untold“ liefert der sich hier gar nicht mal völlig untalentiert zeigende Filmemacher und Drehbuchschreiberling Jonas Quastel („Ripper 2: Letter from Within“) einen unqualifizierten Beitrag zum gepflegten Backwood-Thrill ab. Angesichts der improvisierten Inszenierung werden auch die hartgesottenen Gucker Reißaus nehmen, da bin ich mir sicher.
Mit sich deutlich an „The Blair Witch Projekt“ orientierenden Aufnahmen, die die Tochter von Harlan Knowles (Lance Henriksen, „Aliens“, „Hard Target“), ein schwerreicher Milliardär und nebenher noch Konzernchef, zeigen, führt der Film in ein wirklich nicht sehenswertes Szenario ein, bei dem im dichten Wald von Nordamerika eben jene Tochter, die mitsamt Flugzeug und Besatzung abschmierte, von Harlan und einer rekrutierten Gruppe von Experten gesucht wird, weil von offizieller Seite nach all den Wochen längst aufgegeben wurde. Im Unterholz lauert indes jedoch ein riesiger, zotteliger Waldschrat, der sein Einsiedlerdasein bevorzugt und gar nicht erpicht auf menschlichen Kontakt ist. Warum erfahren wir zum Schluss.
Ja, es ist reichlich dröge, was Quastel da serviert. Viel Gelaufe durch das Unterholz, Andrea Roth ist zwar ein Blickfang, hat des dafür mit der Schauspielerei aber nicht und Lance Henriksen guckt wie üblich stur, ernst und angepisst in der Gegend herum, ohne ein Wort zuviel zu verlieren. Ob er nun eigentlich seine Tochter oder den von ihr mitgeführten Prototypen retten will, bleibt deswegen unklar.
Die Hatz selbst bleibt, wohl aufgrund der beschränkten finanziellen Möglichkeiten, weit hinter den Erwartungen zurück. Quastel arbeitet viel und gern mit Unschärfen und Bildverzerrungen, damit das nicht allzu gelungene Kostüm auch ja immer schemenhaft bleibt. Die Angriffe erfolgen Predator-like aus der Egoperspektive und enden, nach einem kurzen Blick auf das Gebiss, grundsätzlich im Off. Schon allein, weil nie etwas Herzhaftes gezeigt wird, versiegt der Thrill schon nach ca. 20 Minuten endgültig.
Der Rest des Films nervt aufgrund seiner Leidenschaftslosigkeit. Die Teilnehmer dieser Expedition, die ja ursprünglich eine Rettungsmission sein sollte, setzt sich aus üblen Klischeecharakteren zusammen, die man zu Beginn auch noch in kläglichen Figuren aufzubauen versucht, was jedoch, auch aufgrund der schwachen Darstellerleistungen, vollkommen fehl schlägt.
Auch wenn sich bezüglich des Schnitts, der oft unergründlich im schwarzen Nichts endet, so einige Defizite bei Quastel bemerkbar machen, so zeigt er, als er zur finalen Konfrontation übergeht, so was wie einen inszenatorischen Lichtblitz, denn den Showdown selbst handwerkelt er überraschend solide über die Bühne.
Fazit:
Nichtsdestotrotz bleibt „The Untold“ kaum unterhaltsame Filmkost, weil man eigentlich bis auf Schemen und Schatten nie etwas sieht, die Spannung sich stark in Grenzen hält und die Dialoge zum Ausriss einladen. Allein die hanebüchene, mal so eben aus dem Hut gezauberte These, warum der Bigfoot auf Radau aus ist, entbehrt jeder Glaubwürdigkeit. Kurz gesagt: Unsäglicher Rotz, der ganz zurecht im Nachtprogramm versteckt wird.