Wieder einer dieser Filme die fast niemand kennt, aber für die es sich lohnt lange aufzubleiben. U-Turn sticht in der Filmografie von Oliver Stone am meisten hervor. Die Vergleiche mit Tarantino und den Filmen der Coen Brüder halte ich für nicht angebracht, denn U- Turn schafft es tatsächlich auf eine Art und Weise stilistisch völlig neuartig zu wirken (und das obwohl dessen Story schon sehr an Red Rock West mit Nicolas Cage und Dennis Hopper errinnert). Die Schauspieler sind ,bis auf Nolte der mir nicht so gefallen hat, wirklich alle Klasse. Vor allem Penn liefert hier eine Meisterleistung. Am Anfang extrem cool und gegen Ende des Filmes nur noch ein nervliches Wrack. Mir fällt wahrlich auf die Schnelle kein Film ein, bei dem die Hauptfigur so gottverdammtes Pech hat wie Penn hier. Die größte Überraschung ist hier ganz klar Jennifer Lopez, die hier wahrlich eine beachtliche Leistung abliefert, die ich ihr nicht zugetraut hätte ( was wohl daran legen kann, das die Lopez damals noch nicht besonders bekannt und vor allem noch nicht arrogant war). Billy Bob Thornton und Phoenix ( mir fällt gerade sein Vorname nicht ein) gehen sogar den Zuschauern so mächtig auf die nerven, das man Penns Ausraster den beiden gegenüber absolut verstehen kann. Wie gesagt die Story ist nicht gerade grandios, hat aber doch ziemlich viele Wendungen zu bieten. Vor allem das Ende ist an Zynismus kaum zu übertreffen.
Die Musik ist sehr stimmungsvoll, vor allem Jonny Cashs " Ring of Fire" das öfters vorkommt. Ein paar Längen sind trotzdem vorhanden.
Fazit: Bizzarres und reichlich unterschätztes Werk von Oliver Stone, das vor allem Freunden des etwas anderen Filmes ans Herz gelegt sei. Mit dem coolsten Penn, der schärftsten Lopez und einem der fiesesten Enden überhaupt.
8/10