Review

Die etwas trockenere Verfilmung des Revolverhelden Wyatt Earp

Story:
Wyatt Earp (Kurt Russell) will sich mit den Familien seiner beiden Brüder in Tombstone zur Ruhe setzen. Doch leider wird der dortige Sheriff erschossen. Nachdem sein Bruder zum Stern greift, schließt Earp sich ihm an. Zu dritt sorgen sie für Recht und Ordnung, bis eines Nachts einer von ihnen schwer verwundet, der andere getötet wird. Nun sinnt Earp nur noch nach Rache und macht sich mit dem todkranken Freund Doc Holiday auf die Suche, um sich zu rächen.
Das letzte Kapitel um den Revolverhelden ist sicherlich eine interessante Sache und wurde auch schon x mal erfolgreich verfilmt. Nur leider ist hier ein wenig die Luft raus. Es wird an einigen Stellen zu lange verblieben, so dass der Film sich unnötig zäh in die Länge zieht, während andere Stelle ausgelassen oder zu schnell abgehandelt werden. Es fehlt eindeutig an Fingerspitzengefühl, um den Film ordentlich umzusetzen.

Musik:
Country- und Cowboymusik wie sie einzig zu einem Western passt. Hier wurde solide Arbeit verrichtet, die aber nicht an einen Ennio Morricone Soundtrack heranreicht. Solide, mehr auch nicht. Einzig in Spannungsmomenten, wie einem Revolverduell werden Schwächen offenbart.

Atmosphäre:
Der Film kommt im Look eines Neowesterns rüber. Ich mag diesen Stil nicht sonderlich, da der gute alte Stil aus Leonezeiten für diese Filme viel passender ist. Der Edellook des Films ist sicherlich eine Augenfreude, aber zerstört eindeutig einen Teil der Atmosphäre. Der etwas alte angestaubte Look passt viel besser. Hauptmanko des Films sind die langweiligen Schiessereien. Kein spektakulärer Showdown mit entsprechender Musik. Statt dessen werden die Duelle schnell und emotionslos verfilmt. So fehlt beim Endduell mit Doc Holiday doch völlig die Atmosphäre. Das einige Stellen ausführlich dargestellt werden ist zwar schön und gut, dafür wird aber wieder an anderen Stellen drastisch gespart. Darüber kann auch Schar von Hollywoodstars nichts ändern. Die Bauten Tombstones sind aber klasse nachgebaut worden und sehen toll aus. Es scheint, als wusste der Regisseur nicht so recht was er wollte und verfängt sich dabei so sehr, dass nur mittelmäßiges Flickwerk dabei rauskommt. Auch auf emotioneller Ebene kann der Film nicht überzeugen. Zu kühl bringt Russell den Helden rüber.

Schauspieler:
Kurt Russell ist sicherlich nicht die Idealbesetzung für Wyatt Earp. Auch wenn er auf wortkarge Rollen spezialisiert ist, kann er in keiner Weise Emotionen wie Trauer oder Wut rüberbringen oder hat eine Ausstrahlung wie sie Kevin Kostner in der anderen Verfilmung besitzt. Schade drum.
Einziger Lichtblick in dem Film ist Val Kilmer als Doc Holiday. Den Part des Todkranken verkörpert Kilmer überraschend gut. Hätte ihm sicherlich kaum jemand zugetraut. Das er normalerweise nur mittelmäßig ist, zeigte er schon in „Batman“ und „The Saint“. Mit dieser Leistung setzt er den einzigen Glanzpunkt.

Fazit:
Staubtrockene und zähe Verfilmung der Wyatt Earp Legende. Der Film ist zu lahm inszeniert und dazu noch zu lang. Lieber die Verfilmung mit Kevin Kostner gucken. Die ist um Längen besser. Auch wenn Kilmer hier eine tolle Leistung abliefert.

Details
Ähnliche Filme