Der ehemalige U.S. Marshall Wyatt Earp bricht mit seinen Brüdern Virgil und Morgan, sowie deren Freund Doc Holliday auf, um sich in dem kleinen Städtchen Tombstone zur Ruhe zu setzen. Doch der Friede wird jäh gestört, als die „Cowboys“ in die Stadt einfallen und dort Unruhe stiften. Es kommt zu einem bitteren Kampf auf Leben und Tod, der schließlich in der legendären Schießerei am O.K. Corral gipfelt.
Begriffe wie Wyatt Earp, Doc Holiday, Tombstone oder OK Corral sollten Westernfreunden ja mittlerweile sehr vertraut sein, denn seit 1932 wurde sie schon unzählige Male verfilmt. George Cosmatos Version gibt sich als zweistündiger Neo Western, wobei laut einem Filmlexikon zugunsten des Pasings zwanzig Minuten seitens der Produzenten rausgeschnitten wurden, was zumindest doch einige Sprünge und Lücken in der Handlung erklären würde.
So kommen die drei Earp Brüder und der Doc frisch aus ihrem Marshall Job in Dodge City nach Tombstone und wollen im Grunde einfach nur friedlich Leute um ihre Claims mogeln oder beim Pokern betrügen und quasi so in Rente gehen. Da aber eine pöbelnde Horde Cowboys partout auf Ärger aus ist, übernehmen erst Virgil und Morgan den Sheriffstern des Ortes (und werden zur Belohnung später an- bzw. totgeschossen) und als die Lage unerträglich wird steigen auch Wyatt und Doc mit ein und schon heißt es vier Schwarzanzüge gegen das Böse.
Tombstone kommt allerdings recht langsam in Schwung und nimmt sich sehr viel Zeit das Setup vorzubereiten. Wirklich bleihaltiges gibt es am Corral erst zur Halbzeit zu bewundern, aber ab dort bekommt der örtliche Sargtischler mehr Arbeit als ihm lieb sein dürfte. Hier startet eigentlich ein sehr langer Showdown mit gelungen choreographierten Shootouts, bei der nur das finale Duell gegen Ringo am schlechtesten abschneidet, der mit seiner zigfachen Übermacht mal so richtig gar nichts mit anfangen kann und eher im vorbei gehen erledigt wird. Ansonsten wird jeder Kuhjunge mit roter Schärpe auf Sicht erschossen.
Die komische Liebesgeschichte hätte man von mir aus gerne weglassen können, aber ansonsten bieten die lässigen Charaktere gute Unterhaltung, die zudem selbst in kleineren Rollen recht prominent besetzt wurden. Die zwei Stunden Laufzeit gehen allerdings trotz der Kürzung recht flink vorbei. Man hätte von mir aus gerne die Charakter- und die gib-ihm-Blei-Halbzeiten ein wenig mischen können, in der aktuellen Version wirkt das Format ziemlich ungewohnt. Westernfreunde werden aber locker auf ihre Kosten kommen.
7/10