Review
von Leimbacher-Mario
Der weiße Brei
Eine der dreisten „Der weiße Hai“-Kopien, die je gemacht wurden, ist Castellaris „Der weiße Killer“ auch einer der besseren Billo-Hai-Happen - wenn man denn nicht zu sehr mit Spielbergs Ur-Blockbuster (oder auch dessen noch immer sehr starken ersten Fortsetzung) vergleicht. Der ist ganz spaßig, in seinen besten Momenten zumindest. Da können Spielberg und Universal noch so sehr versuchen, ihn unter Wasser zu drücken... Hier macht ein riesiger weißer Hai das Gebiet einer Windsurf-Regatta unsicher - natürlich mit mächtig leerem Magen, mit Bürgermeistern bzw. Organisatoren, die ihn nicht ernst nehmen, natürlich mit hübschen Menschen, die in Stücke gerissen werden, mit altem Seebären der ihm den Kampf ansagt. Und das sogar wesentlich saftiger und blutiger als im unerreichbaren, natürlich ungleich stilvolleren und spannenderen Vorbild...
„L‘Ultimo Squalo“ macht keine Angst vor Wasser - aber er zaubert einem dennoch das ein oder andere Lächeln ins Gesicht. Wenn man denn den damaligen Stibitzern aus dem Süden und Tierterror allgemein nicht allzu abgeneigt ist. Klar, schwammige Figuren, manch ein seltsamer Miniatureffekt und allgemein niemals auch nur ansatzweise die inszenatorische Meisterschaft eines Senior Spielbergo verhindern Höheres. Einen guten Film sieht hier ernsthaft glaube ich niemand. Doch im Grunde ist das ein süßer, ungefährlicher Zeitvertreib, bei dem es mich nicht gewundert hätte, wenn der, selbst sechs Jahre zu spät, noch quer durch die Bahnhofskinos der Welt '81 Erfolg erschwommen hätte. Szenen wie das mehrmalige Abbeißen beider Beine bzw. Quasi-Halbieren seiner Opfer bleiben besonders positiv in Erinnerung. Außerdem passt das Küstenflair irgendwo im Niemandsland zwischen Rimini und Florida. Deswegen muss man den meiner Meinung nach nicht zerfleischen. Feiern aber natürlich ebenso wenig.
Fazit: italiano vero... rotzfreches „Jaws“-Italo-Ripoff mit dem Spielberg, Bruce und Universal gar nicht glücklich waren. Qualitativ aber eine ganz andere Liga. Wenn auch ein recht sympathischer, trashig-launiger Klauer und Kalauer. Sehr viel mehr rotes Fleisch als im „Vorbild“. Und das ist ja immer einen milden Daumen hoch wert...