28 Jahre nach dem alles andere als herausragenden Original erlebt nun auch "My Bloody Valentine" in Ermanglung potenzieller anderer Remakekandidaten seinen (völlig unnötigen) Re-boot auf der großen Leinwand - diesmal in 3D, dem ultimativen Branche-Modewort der letzten paar Monate. Genre-Regisseur Patrick Lussier ("Dracula I - III", "White Noise 2") macht konsequent aus diesem kleinen, aber feinen Titelzusatz keinen Hehl und stopft seinen Film mit allerlei ins Bild ragenden Mordinstrumenten und fliegenden Fleischfetzen voll. Dem aktuellen Trend gewissenhaft folgend wird natürlich auch kräftig an der Gewaltschraube gedreht, denn sonst würde heute wohl auch kaum jemand für Remake Nr. XY den Kinoeintritt berappen.
Und das zu Recht, ganz zumal wenn das örtliche Kino noch keine 3D-Technik aufzubieten vermag. Denn außer seinen zumeist ziemlich plump und aufgesetzt wirkenden 3D-Effekten sowie einigen recht derben, aber keinesfalls schockierenden Goreinlagen hat die 100minütige Mordsafari des Killers mit der Spitzhacke nicht viel zu vermelden. Gerade für genreerfahrene Zuschauer werden bei "My bloody Valentine" im Grunde nichts ausmachen können, was nicht in der letzten Zeit schon ungezählte Male (und meist besser, man denke nur an das moderne französische Horrorkino) zu sehen war. Hier konzentriert sich leider alles auf die Integration des nächsten Pseudo-3D-Effekts, wohingegen die Spannung über weite Strecken gegen 0 tendiert, Logikfehler wie Klischees sich kontinuierlich die Hand reichen und innovative Ideen ebenso mit der Lupe zu suchen sind. Hätte man hier doch wenigstens mal ein paar atmosphärische Schleich- oder Terrorparts eingebaut! Das hat selbst Rob Zombies "Halloween"-Aufguss besser hinbekommen, ohne dabei "Blood & Guts" zu sehr zu vernachlässigen.
Technisch ist das recht blutige Treiben wenigstens passabel umgesetzt (wobei jedoch aus dem wenig verbrauchten Minen-Setting zu wenig gemacht wird) und auch die Darsteller verrichten ihre anspruchslose Arbeit unauffällig bis solide. Braucht man keine weiteren Worte drüber verlieren...
Fragt sich halt nur, für was man hier eigentlich Eintritt zahlt? Eigentlich empfiehlt sich der Kinobesuch letztlich nur, wenn das entsprechende Kino auch über die nötige Technik verfügt. Dumm nur, dass dies bundesweit nur in den wenigsten Lichtspielhäusern der Fall ist!
Fazit: Wie schon "Mandy Lane", "Prom Night" und weitere Gurken der letzten Zeit eine vohersehbare wie dämliche 0815-Horrormär, bestenfalls interessant für Technikinteressierte und schmerzfreie Genre-Allesgucker. Eine Fortsetzung des Grauens steht darüberhinaus wohl zu befürchten...