Ui, da haben wir wieder eine der vergessenen Perlen der Achtziger. Allerdings auch ein gutes Argument,warum so einige Filme der vergessenheit anheimfallen.
Ein weiterer ( erfolgloser) Versuch, Lewis Collins als Actionstar aufzubauen.Schauspielerisch dem Minimalismus verpflichtet zehrt er auch hier noch von seiner "Profis" Popularität, bevor er dann über den Umweg der italienschen Söldnerstreifen in der Versenkung verschwand ( Ein ähnliches Schicksal ereilte ja auch Manne Lehmann, der sich heute bei einer Baumarktkette als Markstschreier verdingt, glucks)
Die Handlung ist schnell erzählt: Der eisenharte Soldat Collins wird wegen übertriebener Härte (angeblich) unehrenhaft entlassen, nachdem er einen deutschen GSG 9 (!) Offizier gequält hat. Er verläßt Frau und Kind und schließt sich einer Untergrundorganisation an, die Terrorakte begehen will. Aber kurz vor der Tat, haha- wir ahnten es, zeigt er sein wahres Gesicht und hat natürlich immer für Queen und Country gewerkelt. Super.Toll,hurra!
Der filmischen Umsetzung kann man einen gewissen Hang zum Realismus nicht absprechen. Die Szenen des soldatischen Alltag sind stimmig, London ist ein dreckiger Moloch und Collins nimmt man den Soldaten auch ab ( hat schon mal einer die Wachen am Buckingham Palace beobachtet?)
Dann die "Terroristen". Ein ständig am Rande der Hysterie stehender Dilletantenhaufen mit der Professionalität eines Kanninchenzüchtervereins. Kein Wunder, dass die Welt vom 11. September so überrascht wurde, bei den Vorlagen.
Viel Action bietet der Streifen dabei nicht, am Anfang gibt es ein bisschen Drill, in der Mitte ein wenig Ballerei und der Showdown zum Ende bleibt recht flach.
London ist halt nicht der phillipinische Dschungel.
Erwähnenswert ist sicherlich noch Ingrid Pitt, eine Horroikone aus alten Hammertagen, die zumindest schauspielerisch überzeugt. Richard Widmark erfüllt den Zweck, den interationale Stars in solchen Filmen immer erfüllen : Sie sind internationale Stars und Ihr Name taucht auf dem Plakat entgegengesetzt zur Größe der Rolle auf.
Auch dieses Prinzip haben die Italiener perfektioniert.
Schade eigentlich, den n Sharp ist noch nicht einmal ein gänzlich unfähiger Regiesseur. Aber es ist sicherlich imer sinnvoll, für ein Drehbuch mehr als ein Mittagessen zu investieren.So bleibt es bei einem Cliffhanger von "Die Wildgänse kommen" meet "Dirty Harry sieht rot"
Wer als "Geheimcommando Leopard" schon immer für den Actionkracher schlechthin hielt und sich immer noch wundert, warum Chuck Norris nie einen Oscar gewonnen hat, für den wird der Film eine Offenbarung sein. Die anderen werden zwischen Amüsement und Langeweile hin- und her gerissen werden. 3/10