Dr. Larry Roberts (Albert Finney) ist ein angesehener Schönheitschirurg in Beverly Hills und gut im Geschäft. Zu seinen Patienten zählen auch vier Frauen, die mit einem eher ungewöhnlichen Anliegen zu ihm kamen. Sie wollten gemäß einer Liste, in der die diversen, zum Teil minimalen Änderungswünsche bis ins kleinste Detail vermerkt waren, operiert werden. Danach seien sie perfekt, sagten sie. Einige Tage nach der jeweiligen Operation kommen drei der Frauen auf mysteriöse Weise zu Tode. Als die Polizei wegen Mordverdachts zu ermitteln beginnt, fürchtet Dr. Roberts, daß auch Cindy Fairmont (Susan Dey), seine vierte Patientin mit dieser ominösen Liste, in Gefahr schwebt und läßt sie fortan nicht mehr aus den Augen. Da alle Fäden bei der Werbefirma Digital Matrix zusammenzulaufen scheinen, schleichen sich der Doktor und seine Patientin in deren Labors... und trauen ihren Augen nicht!
Michael Crichton (23.10.1942 – 4.11.2008) war von der rasanten Technologisierung der Welt und den damit verbundenen Möglichkeiten ungemein fasziniert, doch vor Optimismus strotzte er nicht gerade, wenn man sich die teils düster-bedrohlichen Szenarien seiner Geschichten vor Augen führt. Man denke nur an den Klassiker Westworld oder Steven Spielbergs Jurassic Park (basierend auf einem Buch von Crichton), und auch Looker reiht sich mehr oder weniger in diese Tradition ein (hier geht die Gefahr vom Fernsehen bzw. von manipulierenden Werbespots aus). Leider hält Looker einem Vergleich mit früheren Werken wie Westworld oder Coma in keiner Weise stand, weshalb man Crichtons fünfte Regiearbeit zu seinen Schwächeren zählen muß. Looker beginnt großartig; die ersten zwanzig Minuten sind richtig toll, vor allem die Morde sind grandios und unheimlich in Szene gesetzt (herausragend: der Slow-Motion-Fenstersturz auf ein parkendes Auto). Des Weiteren gelingen Crichton einige spektakuläre und originelle Set-Pieces, wie der Zweikampf im Labor, die Autoverfolgungsjagd und die Schießerei in Dr. Roberts Haus. Dem gegenüber stehen allerdings eine uneinheitliche Inszenierung, riesige Plotlöcher, ein konfuses Drehbuch und ein viel zu langer und deshalb monotoner Showdown. Als weiteres Problem erweist sich, daß vieles, was im Film stolz als Zukunft bzw. technische Neuerung präsentiert wird, aus heutiger Sicht erschreckend veraltet und kaum mehr der Rede wert ist. Nicht uninteressant ist hingegen das Looker-Gerät. Looker steht in diesem Fall für Light Ocular-Oriented Kinetic Emotive Responses und wird als effektive Waffe eingesetzt, um das Opfer in einen tranceartigen Zustand zu versetzen, in dem es dem Täter hilflos ausgeliefert ist. Die Waffe funktioniert in etwa so wie das Blitzdings bei den Men in Black. Als Albert Finneys fiese Gegenspieler glänzen James Coburn, Leigh Taylor-Young und Tim Rossovich (als der Mann mit dem Schnurrbart!). Ebenfalls zu gefallen weiß der von Sue Saad gesungene Titelsong (ein typischer Früh-80er-Rockheuler) und der Elektronik-Score von Barry De Vorzon. Selbst wenn man Looker als überambitioniert, reichlich verworren und auf hohem Niveau gescheitert abtut, der Unterhaltungswert leidet darunter glücklicherweise nicht. Und so dated Looker auch ist, faszinierend bleibt der Film trotzdem.