Beverly Hills: Der gefragte Schönheits-Chirurg Larry Roberts wird unmittelbar in eine merkwürdige Serie von Todesfällen verwickelt, die sich unter seinen Patientinnen zuträgt. Bei allen Opfern handelt es sich um Top-Models, die sich bei ihm unters Messer gelegt haben, um vollkommen nichtige Makel im Millimeter-Bereich korrigieren zu lassen. Indizien an den Tatorten deuten nun darauf hin, dass Larry selbst etwas mit den vermeintlichen Selbstmorden zu tun haben könnte, weshalb auch schon bald der Polizist Masters bei ihm auf der Matte steht und unangenehme Fragen stellt. Larry selbst bändelt derweil mit der hübschen Cindy an, die als das einzig verbliebene Model nun natürlich Gefahr läuft, ebenfalls ins Gras zu beißen. Gemeinsam finden die beiden heraus, dass das High-Tech-Unternehmen "Digital Matrix", welches von dem undurchsichtigen John Reston geleitet wird, sich mit einer neuen Art von Computer-Manipulation in der Werbung beschäftigt. Besteht da etwa eine Verbindung zu den toten Models, die allesamt Auftritte in solchen Spots hatten...? In den Zeiten von Deep Fakes und dergleichen kommt man nicht umhin irgendwie nachträglich noch den Hut vor Michael Crichton zu ziehen, der nach seinen visionären Thrillern "Westworld" und "Coma" schon vor über 40 Jahren die Weitsicht besessen hat, sich in seinem "Kein Mord von der Stange" der Thematik der digitalen Manipulation und unterbewussten Beeinflussung der Konsumenten durch Fernseh-Werbespots anzunehmen... damals noch Science-Fiction, heutzutage im Kern geradezu erschreckend plausibel. Okay, dass sowas zumeist auf psychologischem Weg und nicht auf eine derart spektakuläre Art und Weise geschieht, wie es hier geschildert wird, ist klar, aber weniger brisant wirkt der Film deswegen nicht. Leider scheint sich Crichton aber dieses Mal nicht so gänzlich im Klaren gewesen zu sein, wie er sein eigenes Drehbuch denn nun am besten händeln soll, denn viele Plot-Threats und Story-Möglichkeiten werden hier nur knapp angerissen und dann prompt wieder fallen gelassen, was eben zur Folge hat, dass "Kein Mord von der Stange" erzählerisch ein wenig uneinheitlich wirkt. Selbst das auslösende Motiv der Handlung - nämlich eben die Mordserie an den Super-Models - erweist sich da letztendlich als schiere Augenwischerei, denn nach etwa der Hälfte der Laufzeit vollzieht der Streifen recht rigoros den Wandel von einem reinen Murder-Mystery hin zum politisch angehauchten Science-Fiction-Streifen vom Schlage eines "Manchurian Candidate". Die zuweilen recht holprige Montage lässt da die Vermutung aufkommen, dass so einige Erklärungen, die zum besseren Verständnis von "Kein Mord von der Stange" hätten betragen und den Streifen insgesamt ein wenig "runder" hätten machen können, wohl auf dem Boden des Schneide-Raums gelandet sind. Gerettet wird das Ganze dann lediglich von einem gewissen trockenen Witz, was die Tonalität anbelangt, sowie den gestandenen Charakter-Darstellern Albert Finney und James Coburn in tragenden Rollen, die schauspielerisch natürlich abliefern wie bestellt. Eye Candy gibt es derweil in Form der hübsch anzusehenden Susan Dey, die als Model allemal glaubwürdig ist und sich in einer elaboraten Sequenz auch mal ausziehen und per Laser-Scan abtasten lassen darf. Als frühes Beispiel für die Verwendung computergenerierter F/X ist der Film zudem von historischem Interesse, wenn auch deswegen nicht gleich mit einem bombastischen Effekt-Spektakel wie "Tron" vergleichbar. Der Filmemacher Crichton hingegen erreicht mit diesem Thriller nicht die Höhen seiner gewohnt slick-reduzierten Inszenierung, die eben "Westworld" und "Coma" so gut zu Gesicht gestanden hat, und liefert demnach dieses Mal keinen weiteren Klassiker, sondern nur passable und immerhin nicht dumme Mainstream-Unterhaltung ab. Fazit: Trotz leichter Mängel auf keinen Fall Stangenware...!
6/10