Review

Nach den ganzen Vorschussloorbeeren, die David Gregory's Erstlingswerk vorausgeeilt waren, freute ich mich natürlich, dass ich schon zwei Tage vor dem offiziellen Releasedate ein Exemplar in der Videothek meines Vertrauens ausleihen konnte. Also ab nach Hause, Player angeschmissen und die DVD eingeworfen...

Los gehts. Die Exposition verspricht dann auch einen stimmungsvollen, spannenden und durchaus wohl recht harten kleinen Gruseler. Leider beschleicht mich schon 20 Minuten später irgendwie das Gefühl, dass ein Teil der geweckten Erwartungen nicht erfüllt werden wird. Und tatsächlich, je länger der Streifen läuft, umso mehr bestätigt sich dieses Ahnung. Ist der Film dann nach gut 80 Min. zu Ende, bin ich schon ein wenig enttäuscht. Ich hatte doch deutlich mehr erwartet und frage mich wirklich, warum dieser Film so gefeiert wird.

Aber was gibt es eigentlich auszusetzen ? Nun ja, zunächst einmal schafft es der Film leider nur selten eine spannende Atmosphäre zu erzeugen. Das liegt zum einen daran, dass die Hauptpersonen allesamt dermaßen panne und uninterssant sind, dass man sich nicht wirklich mit ihnen identifizieren kann. Die Krönung ist dabei sicherlich der nicht zu Familie gehörenden Freund der ältesten Tochter. Schon nach drei Sätzen und zwei Blicken weiss man, wer den Film definitiv nicht überleben wird bzw. darf. Zum anderen, entstehen die einzigen spannenden Situationen aus extrem dämlichem Verhalten der Hauptpersonen. Sicherlich gehört dümmliches Verhalten von Opfern zu vielen Horrorfilmen dazu und ein paar können auch nur so funktionieren, aber da hier weder Pott geraucht, nocht gevögelt oder an einem See gecampt wird, hinterlassen einige Aktionen, gerade die der ''verantwortungsvollen'' Erwachsenen, nur Kopfschütteln. Weiter erzeugen die Nachts durch den Wald hüpfenden Kinder bei mir auch eher ein lächeln, als eine Gänsehaut, so dass leider gesamt gesehen kaum Spannung und Atmosphäre aufkommt und der Funke nie wirklich überspringt. Der Rest des Films ist dann auch ebenfalls eher durchschnitt. Schauspielerisch und initiatorisch gibt es nichts besonderes, das Ganze ist angesichts des geringen Budget aber durchaus in Ordnung. Die in anderen Reviews und Kommentaren angesprochene Härte und drastische Gewalt konnte ich zu keinem Zeitpunkt entdecken. Sicherlich fließt das eine oder andere mal Blut, aber die einzige wirklich harte Szene, ist die mit der Radkappe. Positiv ist sichrlich noch zu erwähnen, dass auf ein Happy End verzichtet wird, leider aber auch auf eine schlüssige Erklärungen für das, was es mit Plague Town nun wirklich auf sich hat.

So bleibt unter dem Strich leider nur ein unterdurchschnittlicher kleiner Gruselfilm, der zwar mal zur Abwechselung nichts mit Folter und ähnlichem Kokolores zu tun hat, aber aufgrund der fehlenden Atmospähre, arschlangweiliger Charaktere und mit zuhnemender Filmdauer uninteressanter werdender Story, die gesteckten Erwartungen zu keinem Zeitpunkt erfüllen konnte. Dennoch kann man nicht abstreiten, dass Herr Gregory mit etwas mehr Budget und einem vernünftigen Drehbuch sicherlich in der Lage wäre, einen ordentlichen Horrorfilm auf die Beine zu stellen. (3,5/10)

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