Facelift einer Legende
In diesem losen 90s-Remake des ultimativen Shaw Brothers-Klassikers „Der Boxer von Shantung“ kommt ein Brüderpaar neu nach Shanghai, um dort in einen epischen Kampf zwischen zwei Triadengangs und der britischen Besatzung zu geraten…
Gangs of Shanghai
Passend zum Thema bzw. manch einem Kampf hier ist „Der Boxer von Shanghai“ ein zweischneidiges Schwert. Oder sollte man sagen ein zweischneidiges Lastenfahrrad?! Mit mehr Licht als Schatten, aber dennoch einigen eklatanten Makeln. Doch erstmal zu den äußerst positiven Aspekten. Es gibt ein paar echt coole Hongkong-Stars zu sehen, aus fast allen Alterszonen. Es gibt ein paar der bizarrsten und spektakulärsten, comichafteren Kämpfe seiner Hongkong-Generation zu bestaunen. Und die epischen, leicht trashigen Gangstervibes müssen sich selbst hinter Hollywood in den besten Momenten nicht verstecken, nur eben etwas (viel) kitschiger und kurioser. Mehr weiße Anzüge, mehr axtschwingende Bastarde, mehr Pathos und Paraden. Und nun zu den verbesserungsbedürftigen Seiten. Die Story. Das Tempo. Die Rastlosigkeit und Ruhelosigkeit. Manche eine schneller laufende Szene bzw. Kampf. Das kann auf dem Papier auch positiv flott und frech wirken. Aber in der Praxis konnte mich „Der Boxer von Shanghai“ (1997) durch seine Hatz und Oberflächlichkeit nicht halb so in Beschlag nehmen wie er es vielleicht als echtes Epos und mit guter Regie (auch außerhalb der Fights) tun hätte können. So geben sich dann „Husch husch“ und „Wow wow wow“ überschwänglich die Klinke in die Hand… Aber die Fights sind einfach zu krass um hier nicht doch wieder auf den Füßen zu landen!
Fazit: Der Film hetzt… und fetzt! Dieses Tohuwabohu in der Unterwelt von Shanghai hat ein paar der wildesten Fights, Figuren und Stunts der späten Shaw Brüder-Produktionen… Würde sich die Story doch nur zwischendurch auch mal zumindest etwas Zeit lassen oder Sinn ergeben…