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Chris Evans spielt einen Mover, der mit der Kraft seiner Gedanken Gegenstände bewegen kann. Er lebt, wie so viele Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten, zurückgezogen und verdeckt in Hong Kong. Als ein Ereignis eintritt, das sein Vater bereits Jahre zuvor vor seinem Tod vorhergesehen hatte und eine junge Watcherin, gespielt von Dakota Fanning, ihn aufsucht, um mit seiner Hilfe an einen mysteriösen Koffer zu kommen, rückt er in das Fadenkreuz einer Spezialeinheit, die an übersinnlich begabten Menschen Experimente durchführt.

"Push" war als fulminanter Auftakt einer neuen Superhelden-Reihe angedacht, scheiterte finanziell jedoch in so ziemlich allen Belangen und so wird es wohl nie zur Realisierung der Fortsetzungen kommen. Verwunderlich ist dies im Grunde nicht, da Action und Effekte nicht einmal im Ansatz mit "G.I. Joe" und "Transformers 2" mithalten können, während die Story ähnlich deutlich im Vergleich zu "The Dark Knight" und "Watchmen" das Nachsehen hat. So schlecht, wie er von der Mehrzahl der Kritiker gemacht wurde, ist "Push" jedoch auch nicht und bietet durchaus solide Unterhaltung.

So ist der Plot anfangs durchaus relativ solide konstruiert, kommt nach einer bündigen Exposition schnell zur Sache und eröffnet ein Konstrukt, das durchaus neugierig macht und Interesse erweckt. Die Charaktere bleiben dabei trotz gewisser Bemühungen etwas Tiefe ins Geschehen zu bringen, relativ blass mitunter auch etwas widersprüchlich, aber dies ist im Grunde zu verschmerzen, da "Push" bei seinem relativ rasanten Erzähltempo sowieso kaum Zeit und Raum gehabt hätte, um eine gewisse dramaturgische Tiefe zu entfalten. Und im Erzähltempo liegt der konstant solide Unterhaltungswert im Endeffekt auch begründet, denn "Push" leistet sich wenig Leerlauf und treibt seinen Plot stetig voran.

Dieser wirkt jedoch mitunter etwas konfus. Die Verhältnisse der Figuren untereinander werden zumindest stellenweise tangiert, ohne, dass dabei eine klare Linie erkennbar wäre, die Wendungen sind teilweise überraschend, gut platziert und damit überzeugend, mitunter aber auch verwirrend, unschlüssig und überkonstruiert. So sind einige gute Ansätze gegeben, aber leider ebenso viele weniger überzeugende Parts, die das gesamte Handlungskonstrukt etwas unausgegoren wirken lassen, was vor allem im Mittelteil einen allzu faden Beigeschmack hinterlässt, als dass der Film wirklich durchstarten könnte.

Visuell macht "Push" derweil durchaus ein bisschen was her. Die wenigen Effekte sind durchaus sehenswert, die Action-Szenen sind teilweise spannend und darüber hinaus gut inszeniert und dann kommt gelegentlich auch mal eine etwas dichtere Atmosphäre zustande, wenn die Pusher versuchen, die Gedanken und Erinnerungen ihrer Gegenüber zu manipulieren und in deren Kopf einzudringen. Nach seinem Kultfilm "Lucky Number Slevin" ist dies dennoch ein deutlicher Rückschritt für Regisseur Paul McGuigan.

Darstellerisch überzeugt der Film dabei auf ganzer Linie. Dakota Fanning stellt erneut ihr Talent unter Beweis und ist in der Rolle der etwas skurrilen Seherin derart charismatisch, dass man sich ihr kaum entziehen kann und könnte darüber hinaus kaum abgebrühter wirken. Auch in den wenigen emotionalen Momenten hinterlässt sie dabei einen bleibenden Eindruck und ist damit unterm Strich beachtlich gut. Chris Evans ist daneben etwas unauffällig, spielt seine Rolle aber solide herunter und stellt in keiner Weise ein Ärgernis dar. Die Nebendarsteller, zu denen unter Anderem Cliff Curtis gehört, wissen ebenfalls zu überzeugen, wobei vor allem Djimon Hounsou, der hier gewohnt stark aufspielt, in der Rolle des eiskalten Agenten und Pusher absolut sehenswert ist.

Fazit:
"Push" bietet ein paar kleine aber sehenswerte Action-Szenen, einen starken Cast und ein paar gute Ansätze, die aufgrund des hohen Erzähltempos ordentliche Unterhaltung garantieren. Für mehr ist der Film jedoch zu flach, der Plot zu wirr und das gesamte Projekt einfach zu mittelmäßig.

63%

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