Der erste Tag ist ein kleiner aber feiner Beitrag Österreichs, zu den ja seit Tschernobyl laufenden Diskussionen über die Nutzung der Atomkraft. Erfreulicherweise wird hier auf jedwede Polemik und Panikmacherei verzichtet. Die Macher beschränken sich darauf den möglichen Ablauf minutiös und realistisch darzustellen, bei dem sowohl die Behörden sogar recht zügig und besonnen reagieren, als auch später das Bundesheer sich sehr zielorientiert verhält und nicht wie in vielen Spielfilmen aus schießwütigen Generälen besteht.
So beginnt der Film auch ohne jegliche Expositionen mit einer nächtlichen Alarmsirene um vier Uhr morgen mit Blick auf das fiktive tschechische Kernkraftwerk. Ab dann überschlagen sich in Niederösterreich die Ereignisse, immer mehr Behörden greifen ein und die Panik steigt langsam aber sicher an, wenn meteorologisch ungünstige Faktoren greifen und gegen Nachmittag die per se unheimlichen Menschen in ihren Strahlenschutzanzügen mit ihren Geigerzählern wedeln.
Im Zentrum der Erzählung stehen eine handvoll Einzelschicksale sowohl aus der Bevölkerung aber auch der entscheidenden Mitglieder der offiziellen Seite. Entscheidungen werden abgewogen, soll man fliehen, evakuieren, eine Panik riskieren. Als Zuschauer bekommt man den Eindruck, das dies so ziemlich genau den Ablauf eines realen Super GAUs nahekommt. Dies geht sogar so weit das der erste Tag stellenweise fast sogar ein wenig trocken rüberkommt.
Dennoch bleibt ein gutes Zwischending aus Doku und Spielfilm über. Wie der Filmtitel ja schon sagt werden lediglich die ersten Stunden nach dem GAU geschildert und wenn es nach mir ginge könnte da gern noch ein zweiter Teil folgen, der den weiteren Verlauf des Unfalls behandelt. Auf jeden Fall sieht man ein beklemmendes und duraus denkbares Szenario, nach dem man sich bestimmt ganz doll freut, wenn man in Sichweite eines AKWs wohnt.
7/10