Review

In vielen Fällen müssen Prequels wahrlich nicht sein, vor allem nicht, wenn es sich beim Bösewicht um keine interessante Figur handelt und der Ablauf überraschungsfrei dem Erstling ähnelt.
Wer also „Motel“ (2007) gesehen hat, kann sich diesen allenfalls der Vollständigkeit halber geben.

Die Handlung setzt demzufolge ein, bevor die Snuff-Filmer im Meadow View Inn ihr mörderisches Unwesen treiben und sich zunächst mit dem Verticken von Sex-Videos vergnügen.
Erst als sie Smith dabei beobachten, wie er eine Prostituierte tötet, schlägt dieser einen zweifelhaften Deal vor. Die Durchreisenden Jessica, Freund Caleb und Kumpel Tanner sollen das am eigenen Leib zu spüren bekommen…

Dass die Exposition verhältnismäßig viel Zeit in Anspruch nimmt war abzusehen, da schließlich erläutert werden muss, wie die halben Rednecks auf die richtig skrupellose Bahn gerieten.
Nur leider gerät dieser Punkt völlig unglaubwürdig, denn wer würde sich schon auf einen Pakt mit einem unberechenbaren Psychopathen einlassen, der vor rein gar nichts halt macht?
Hinzu kommt die schwache Dramaturgie innerhalb der ersten Hälfte. Da ist ein Paar auf Hochzeitsreise und völlig wuschig. Sie knutschen hier, fummeln dort, werden gefilmt und sind wieder verschwunden, - all das nur, um die bisherigen Arbeiten der Hotelangestellten zu illustrieren, was zweifelsohne mit mehr Pep hätte versehen werden können.

Schwungvolles Treiben will sich aber auch danach kaum einstellen, als die potentiellen Opfer ins Hotel gelangen und relativ schnell die Kameras entdecken.
Es folgt die übliche Prozedur mit Fluchtversuchen, Einfangen, Verstecken und Gegenschlag, etwaige Folterszenen werden allerdings mit überstrapazierten Rotfiltern bis zur Unkenntlichkeit verfremdet, so dass im Endeffekt lediglich ein paar Einschüsse, Schläge und Messerstiche im Rücken als Gewaltszenen übrig bleiben.

Wirklich warm wird man indes mit den dafür vorgesehenen Sympathieträgern kaum, man erfährt, dass Jessicas Vater passionierter Jäger ist und Töchterlein einiges beigebracht hat, was von Vorteil ist, wenn man sich im Schilf verstecken will oder unter der Veranda lauert, um zur Gegenwehr auszuholen. Noch weniger markant sieht es mit den vier Übeltätern aus, da wird kaum gesprochen, oft planlos gehandelt und darstellerisch zu wenig unternommen, um bleibende Eindrücke zu hinterlassen.

Somit plätschert die Handlung lange Zeit vor sich hin, streut keinerlei Überraschungen oder gar Wendungen ein und kocht mit seinen allzu bekannten Verlaufsmustern stets auf Sparflamme.
Während die Kulissen nicht sonderlich viel hergeben, von den Darstellern niemand ins Auge sticht und der Score fast an einem vorbei plätschert, ist zumindest im handwerklichen Bereich kaum etwas anzukreiden, außer dass die Perspektive der Handkamera ab und an ungünstig gewählt ist und für Snuff-Produzenten augenscheinlich viel Material zum Herausschneiden bietet.

Mit nur mäßigen Spannungsmomenten und einer Auflösung mit der Brechstange vermag man ergo keinen herausragenden Slasher schaffen. Die Idee mit den Snuff-Videos und diversen Folterspielchen bleibt zwar brauchbar, wurde hier aber so harmlos und blutleer ausgearbeitet, dass man alternativ eher noch einmal den Vorgänger bevorzugen mag.
Und auch der konnte schon nicht allzu viele innovative Impulse setzen…
Noch
4 von 10

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