Und wieder heißt es: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
Zum dritten Mal fährt der Boogeyman seine Krallen aus und erinnert mit seinem etwas willkürlichem Treiben diesmal mehr an ein beliebiges Freddy Krüger-Szenario, was gewissermaßen diesem Campus-Slasher gleichkommt.
Studentin, Radio-Moderatorin und angehende Psychologin Sarah steht im Mittelpunkt einiger Morde und unerklärlicher Verschwinden auf dem Campus.
Als eine Freundin die Aufzeichnungen ihres Vaters findet, der eine Todesserie in einem Hospital dokumentierte, wird sie kurz darauf erhängt aufgefunden.
Sarah wird zunehmend von Todesvisionen heimgesucht, doch keiner der Studenten will ihr Glauben schenken…
Der Streifen müht sich redlich, etwas für die männliche Zielgruppe einzubinden und lässt die einleitende Darstellerin gleich in den ersten fünf Minuten blank ziehen und geizt auch ansonsten nicht mit halbbekleideten Frauenkörpern.
Dem Genrefreund wird hingegen Massenware ohne Ecken und Kanten geliefert, - ein handwerklich solider Slasher, bei dem jedes potentielle Todesopfer schon zwei Minuten vorm Dahinsiechen mit der Todesform Bekanntschaft macht, etwa, als ein Freak durch die Luftschächte klettert, um heimlich eine Webcam anzubringen, passiert er auf dem Hinweg einen raumfüllenden Ventilator, - da ist schon klar, was auf dem Rückweg passieren wird…
Genauso vorhersehbar gestaltet sich der komplette Verlauf. Das Böse kündigt sich mit Türen rütteln, Flackerlicht und dumpfen Stöhnen an und sobald eine Figur allein in einem Raum ist, huschen Schatten an der Wand oder dem Fenster vorbei und man kann die Uhr danach stellen, dass dieser Person allenfalls noch Momente bleiben.
Auf der anderen Seite wird die Geschichte recht flott und auf den Punkt erzählt. Dabei kommt dem Kern der Erzählung eine leicht psychologische Note zugute, denn es geht letztlich darum, dass der Boogeyman nur dann töten kann, wenn man auch in Ansätzen an ihn glaubt, - wie eine ansteckende Wahnvorstellung, die im Studentenwohnheim um sich greift.
Dass dabei Figurenzeichnungen und tiefgehende Emotionalitäten außen vor bleiben, ist weniger tragisch, als dass den Morden zwar nicht die Abwechslung (Wasserpfeife, Waschmaschine), jedoch ein nötiges Maß an Härte fehlt, da bis auf ein gebrochenes Bein und ein zerfetzter Körper nichts für Splatterfreunde dabei ist.
Klar verkommt der Boogeyman so langsam zur Schießbudenfigur, wenn dieser in einer Mischung aus Marilyn Manson und einem Romero Zombie Grimassen zieht, mal als CGI-Gestalt in der Wäschekammer lauert oder sich gar während einer Gegenwehraktion zur Seite treten lässt.
Aber um ihn herum entsteht zuweilen eine passable Atmosphäre, ein paar nicht unerhebliche Spannungsmomente (Leichenberg im Flur, einsamer Waschraum, Übergriff in der Radiostation) und nicht zuletzt ein wenig Aktion, wenn Hauptfigur Sarah einmal mehr versucht, ein potentielles Opfer vorm Untergang zu bewahren.
Alles in allem deutlich besser und flüssiger als die beiden Vorgänger, als Slasher jedoch allenfalls für Zwischendurch zu gebrauchen, denn viel hängen bleibt nicht, außer vielleicht, als Boogeyman der Hauptfigur am Hosenbund des PJs greift, sie die Hose aber oben behält, - da muss man sich schon fragen, wofür der überhaupt bezahlt wird !
5,5 von 10