Es gibt Filme, die müssen gar nicht aufwändig inszeniert werden oder irgendwie spektakulär sein, um von mir 9 Punkte zu bekommen. "Fuego" ist so ein Beispiel, denn der Streifen versprüht dank seiner hinreißenden Hauptdarstellerin sowie seiner Atmosphäre eine Magie, die einfach nur phantastisch ist. Doch mehr dazu später...
Obwohl sie ihren wesentlich älteren Mann liebt, zieht Laura immer wieder los, um sich mit anderen Kerlen einzulassen. Ihr sexueller Trieb hat sie fest im Griff. Sogar das biedere Hausmädchen muss öfters für ihre Eskapaden herhalten. Um sie von ihrer Sexsucht zu heilen, reisen Laura und ihr Mann nach New York, um dort einen Therapeuten aufzusuchen, doch der Erfolg bleibt aus...
Wer an argentinische Exploitation denkt, dem fallen - wenn überhaupt - in erster Linie Filmtitel wie "The Curious Doctor Humpp" oder "The Deadly Organ" ein. Allerdings sorgte Regisseur Armando Bo dafür, dass auch die Sleaze-Fraktion genügend Nahrung erhielt und drehte mit seiner wirklich mehr als nur schnuckeligen Ehefrau Isabel Sarli (Miss Argentinien 1955) einige heiße Eros-Epen, um letztendlich den Ruf als Argentinien´s Antwort auf Russ Meyer zu erwerben.
"Fuego" zählt zu der aufregendsten Kollaboration der beiden. Wie oben bereits erwähnt, schildert der Streifen den Konflikt zwischen sexuellem Trieb und wahrer Zuneigung. Obwohl Laura und ihr Mann sich lieben, zieht die Dame des Hauses immer wieder los, um fremde Kerle aufzureißen... Armando Bo ist mit "Fuego" eine äußerst sehenswerte Mélange aus Sexfilm, Drama und Seifenoper geglückt. Dreh- und Angelpunkt sind natürlich die beiden Hauptakteure, die ein ziemlich kurioses Katz- und Mausspiel miteinander treiben: Noch haben die zwei leidenschaftlichen Sex im Schnee, doch schon macht sich Laura daran, in silbernen Boots, Pelzmantel und nix drunter daran, den nächstbesten Typen aufzugabeln. Oder um sich von der Haushälterin mit einer Feder stimulieren zu lassen. Oder beim Frauenarzt... ihr könnt Euch vielleicht denken was...
Bei dem ganzen horizontalen Geplänkel versinkt Bo jedoch nie in den Niederungen des Schmuddelfilms, sondern liefert stilechtes Großkino mit einpaar zauberhaften Landschaftsaufnahmen ab. Hauptaugenmerk ist jedoch Laura-Darstellerin Isabel Sarli, die jede Szene aus dem FF dominiert, mit Sex-Appeal, Ausstrahlung und schauspielerischem Können besticht. Von der ersten Minute an bleibt kein Zweifel, dass "Fuego" ihr Film ist, denn der Regisseur hat sie auch ganz besonders in Szene gesetzt. Am Schluss stürzt sich die Gute im weißen Kleid vor malerischer Kulisse in die Klippen, um ihrem Mann später als Geist am eigenen Grabe wieder zu erscheinen. Unvergesslich!