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Filmischer Sondermüll aus dem Hause Pyun. War "Nemesis" noch erträglich, und die Fortsetzung bereits ein Griff ins Klo, ist "Nemesis 3" endgültig ein Beleg für den zweifelhaften Ruf des Regisseurs. Von Anfang an will hier einfach gar nichts passen, und das Ganze sieht aus, wie mit Restmaterial des zweiten Teils notdürftig zusammengeflickt, was wahrscheinlich auch stimmt.

Wer den Vorgänger nicht kennt, ist ohnehin aufgeschmissen, denn Pyun nimmt sich zwar zu Beginn ganze fünfzehn Minuten Zeit, um dem Zuschauer die "komplexe" Vorgeschichte der Nemesis-"Saga" (*räusper*) näherzubringen, aber das mündet in einem Wust aus Flashbacks in hässlichstem Blaustich, die sowas von nerven, dass man geradezu Panik vor dem bekommt, was da noch folgen wird. Besser wird es natürlich nicht, stattdessen geht einem der Regisseur wieder mit absolut billigen Lasereffekten, blonden Zwillingen, bei deren Lachen es zu Erfrierungserscheinungen beim Zuschauer kommen kann, und nicht zuletzt erneut mit einer Fast-Nackt-Heckansicht von Sue Price auf den Wecker. Ich will an dieser Stelle nicht über einen Fetisch Pyuns spekulieren, aber die Frau sieht von hinten echt aus wie Arnie in "Herkules in New York", agiert aber selbstverständlich insgesamt noch talentloser.

Der Gipfel der Unverschämtheit ist dann jedoch der Showdown, wo einige Alibi-Actionszenen eingebaut wurden, die ungefähr so aussehen: Sue Price wird verfolgt und wirft wild mit Handgranaten um sich. Jenseits von Sinn und Verstand, hauptsache es explodiert noch schnell irgendwas, bevor irgendein Zuschauer merkt, wie sehr er hier verarscht wird. Natürlich ist da schon längst Hopfen und Malz verloren, denn leider punktet "Nemesis 3" nicht einmal auf der Trash-Skala mit unfreiwilligem Humor, sondern zwingt einen fast, den Finger auf die Vorspultaste zu legen. Dass der Film ab 18 ist, kann übrigens nur ein schlechter Scherz seitens der FSK sein, andererseits gehört so ein Machwerk eigentlich wegen der Gefahr akuter Geschmacksverwirrung auf ewig beschlagnahmt.
Das sieht letztendlich echt aus, wie mit einem Budget von minus 500 Dollar "in der Lagerhalle Ihrer Wahl" heruntergekurbelt, garniert mit recycelten Außenaufnahmen des zweiten Teils; dort hat es immerhin noch für ein Monster im nostalgischen Power-Rangers-Outfit gereicht. Man darf gar nicht daran denken, was einen da noch beim vierten Teil erwartet. Mit dem Motto "Augen zu und durch!" ist es in diesem Fall nämlich schon nicht mehr getan...

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