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Mit „Nemesis 3 – Die Entscheidung“ schickt Albert Pyun seine Cyborg Saga in eine weitere, ziemlich unnötige Runde. Im Original trägt der Film übrigens den Beisatz „Prey Harder“, was sich an ein Lichtjahre besseres Sequel in der Filmgeschichte anlehnt.
Eine ganze Weile liegt Sue Price erneut in der Rolle der Alex in der Wüste herum – was irgendwie auch am ehesten ihren schauspielerischen Fähigkeiten entspricht. Dazwischen blendet Albert blau eingefärbte Szenen aus „Nemesis 2“ und der zweiten Hälfte von Teil 3, was Alex’ Erinnerung repräsentiert. Wer Teil 2 kennt, blickt wenigstens noch etwas durch; wer nicht, der kapiert in diesen ersten Minuten gar nichts mehr.
Doch dann wird sie von Farnsworth (Alberts Stammschauspieler Tim Thomerson) aufgelesen, der sie zu seinem Jeep bringt. Schnell wird für den Zuschauer klar gemacht, dass er zu den Maschinen gehört, die Alex (die neue Hoffung der Menschheit) jagen. Dieses geschieht durch unendlich billige Spezialeffekte, die seine Maschinen-Fähigkeiten zeigen, aber aus absolut beschissenen Computergraphiken bestehen und anscheinend von einem 14jährigen kreiert und in den Film eingefügt wurden. Zwischendurch immer wieder blaue Erinnerungsfetzen.

Plötzlich kehrt die Erinnerung zurück und Farnsworth endet durch einen Stich in die Fresse. Es kommt die Vorgeschichte, welche den Rest des Films einnimmt: Alex wird von Farnsworth und seinen Kumpanen (unter anderem die beiden weißhaarigen Cyber-Schwachmaten, die kurz in Teil 2 auftraten) durch die Wüste gehetzt.
Anscheinend testet Albert mit „Nemesis 3“ wie belastbar seine Zuschauer sind. Miese Spezialeffekte, ein derart wirres Nichts an Plot und kaum Erklärungen zur Vorgeschichte (die Teil 2 schon aus „Terminator“ und „Predator“ zusammenklaute). Aber vor allem die eben erwähnten FX regen zum Kotzen an, aber Albert hatte anscheinend kein Budget, was auch die große Menge recycelter Szenen erklären dürfte.
Die Story schwach zu nennen, wäre falsch: Sie ist nicht existent. Nach dem Anfang, mit dem der Film mühsam auf akzeptable Länge gestreckt wird, mutiert der Film Albert-typisch zur reinen Verfolgungsjagd. Das ganze ist geradlinig durchgezogen, kleinere Bremser wie die Hilfe aus der Zukunft werden schnell eingebaut, aber trotzdem wirkt der Film ziemlich langweilig.

Kommen wir zum wichtigsten bei einem Albert Film: Der Action. Auch hier hat „Nemesis 3“ große Schwächen, denn das gezeigte Hauen und Stechen kann zwar teilweise unterhalten, aber es ist doch sehr viel schwächer als in dem actionmäßig guten „Nemesis 2“. Vor allem viele Gefechte mit billig aufgemalten Laserblitzen (da war „Krieg der Sterne“ in den 70ern besser) sind alles andere als spektakulär. Mir ist nur die Fassung auf VOX bekannt; warum diese allerdings (und auch das FSK 18 Video) gekürzt wurde, während der offensichtlich gleich harte „Nemesis 2“ mit FSK 16 (das wesentlich angebrachtere Rating) davon kam, ist unklar. Vielleicht wollte die FSK jüngere Zuschauer vor diesem Machwerk schützen.
Sue Price ist nun mal eine klare Nicht-Schauspielerin gegen die andere Muskelstars beim Film wie z.B. Roddy Piper oder jüngst Dwayne „The Rock“ Johnson immer noch wie Oscar Preisträger aussehen. Tim Thomerson spielt mit einem einzigen Gesichtsausdruck – weshalb ihn wohl auch bloß Albert regelmäßig verpflichtet.

Reichlich schwacher Albert Trash, dessen wenige gute Action nicht viel reißen kann. Falls es tatsächlich eine Prüfung seitens Alberts war, dann habe ich sie hoffentlich bestanden, indem ich mir diesen Film in einem Durchgang ansah.

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