Überlanger Videoclip, der gerne eine Mischung aus Söldneraction, Endzeitfilmchen und Cyborg-SciFi wäre. Leider tut man sich die meiste Zeit über sehr schwer, um zu durchschauen, was "Nemesis 3" eigentlich genau hätte sein sollen. Die Erkenntnis, dass es inhalts- wie konzeptloser Direct-To-Video-Trash ist, dem leider der entsprechende Spaßfaktor fehlt, kommt allerdings ziemlich früh.
Regisseur und Trashmeister Albert Pyun macht seinem Namen mal wieder alle Ehre und bietet einen höchst eigenwilligen Erguss, mit dem man als Zuschauer jedoch nicht so recht warm werden will. Es geht um Cyborgs und die Rettung der Erde, aber auch um Dinge die man nicht so recht verstehen muss beziehungsweise um überhaupt nichts. Muskelmaus Sue Price macht den weiblichen Terminator, um in einem alten Fabrikgelände ihre Gegner niederzumähen.
Dazu gibt es mehrere Söldner mit leuchtend grünen Augen und ein weibliches Killerduo, das aussieht wie Lady Gaga. Generell erscheinen alle weiblichen Darstellerinnen, als ob sie frisch aus der Muckibude übernommen wurden. Im Hintergrund wabbert ständig ein düster-bedrohlicher Sound, der jedoch keine rechte Spannung erzeugen will. Die Bilder sind durchaus stylish, lenken allerdings nicht von den teils höchst naiven Große-Jungen-SciFi-Fantasien ab, die Pyun da so zu Zelluloid zauberte. Es wurden Computereffekte eingebaut, die jeder halbwegs begabte Spiele-Designer auf seinem Commodore Amiga zustande brachte.
Auch hier hält sich der Unterhaltungswert in starken Grenzen. Erst die letzte rasante Viertelstunde zeigt mal wieder, wie der gesamte Film hätte sein müssen. Bis dahin haut uns Pyun die Flashbacks aus Teil zwei nur so um die Ohren, um das alte Material nochmals zu recyceln. Selbst beinharte Trashfans neigen zum Kapitulieren. Weils dennoch kein Totalausfall ist: 4 von 10 Punkten.