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Die glorreiche Zeit der Superhelden ist vorbei und die einstigen Retter der Menschheit sind entweder in der Versenkung verschwunden oder mit der Vermarktung ihrer ruhmreichen Vergangenheit beschäftigt. Als sie Todesfälle in den eigenen Reihen zu beklagen haben, kommen sie einem größenwahnsinnigen Phantom auf die Spur, das auf Kosten unzähliger Menschenleben eine makellose Zukunft erkaufen möchte…

Eine aufwändige Comic-Verfilmung, in der die geheime Sehnsucht der Menschheit, ihre Probleme von Übermenschen mit Superkräften aus der Welt schaffen zu lassen, nur noch eine nostalgische Idee aus der guten alten Zeit der moralischen Eindeutigkeit ist. Bedauerlicherweise gelingt es dem Film nicht, ein Gespür dafür zu entwickeln, warum das Konzept des Superheldentums sich zwischenzeitlich überlebt haben könnte. Die ungeheure Masse an Handlungssträngen und Ereignissen wirkt trotz der langen Laufzeit so dicht gedrungen, dass dem Zuschauer kaum Zeit für emotionale Beteiligung oder philosophische Vertiefung bleibt. Große Themen wie Krisenkoller, Segen und Fluch von Machtkonzentration und spontaner Problembeseitigung sowie Veredelung durch Vernichtung werden zwar vollmundig herbeizitiert, aber letztlich bloß mit verquastem Geschwafel und banalen Sprüchen abgefertigt. Ein protziges, überfrachtetes, gedanklich ziemlich überfordertes Machwerk, das schnell langweilig wird und kaum nachwirkt.

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