WatchmenZack Snyder
Alan Moores und Dave Gibbons Watchmen dürfte wohl der Godfather unter den Comics sein. Seit Ewigkeiten war eine Verfilmung geplant, wurde aber enwteder aufgrund von Problemen mit der Lizens oder der beinahe unmöglichen Umsetzung bis Heute nicht verfilmt. Doch hier liegt die Betonung auf wurde, denn Probleme mit der Lizens gab es diesesmal nicht, und ein passender Regisseur hat sich auch gefunden.
Und wenn dieser Name fällt, werden wohl alle Filmfans und Comicfanatiker wütend wie ein Berserker werden. Zack Snyder, das ungeliebte Kind. Jeder hat zwar 300 gesehen, aber alle Hassen sie ihn doch irgendwie. Ich nicht, und Zack Snyder hasse ich erst recht nicht. Bereits mit dem Dawn Of The Dead Remake konnte mich dieser junge Regisseur überzeugen. Leider wurde Snyders Umsetzung von Frank Millers 300 so bereits so oft parodiert das der Film kaum noch ernst genommen wird. Dies darf auf keinen Fall bei Watchmen passieren. Snyder liefert hier eine Umsetzung ab die nicht nur Panel für Panel sondern auch Dialog für Dialog seiner großen Vorlage mehr als gerecht wird.
Sowohl intelligent als auch philosophisch angehaucht ist diese Comicverfilmung so ungewöhnlich wie seine Vorlage selbst. Schon die Eröffnungssequenz zeigt uns was uns großartiges erwarten wird. Schon lange habe ich nicht mehr solch eine brilliant inszenierte Eröffnungssequenz eines Filmes gesehen. Als dann auch noch Bob Dylan gespielt wurde, da wusste ich, einen besseren Start kann dieser Film gar nicht haben.
Natürlich werden sowohl Watchmen Schöpfer Alan Moore als auch alle Nostalgiker hier wild um sich schlagen was Snyder hier zeigt. Denn recht machen kann er es einfach niemanden, und schon gar nicht bei Watchmen. Oh ja, groß wird der Unmut unter den Filmfans mal wieder sein was er diesesmal für ein unglaublich schlechtes Machwerk abgeliefert hat. Doch dabei ist das einzige was ich Zack Snyder ankreiden kann der Slow Motion Effekt. Snyder macht leider zu oft Gebrauch der Slow Motion Effekte, so kommt der Film überzogen und zu überdreht rüber. Und vielleicht sollte er sich mit halb Nackten oder gar komplett nackten Männern etwas zurückhalten. Agesehen davon, habe ich absolut nichts zu bemängeln.
Das 80er feeling kommt super rüber (wobei ich mir am Anfang Sorgen gemacht habe weil alles so futuristisch rüberkam), welches mit einem genialen Soundtrack (bis auf 99 Luftballons) unterlegt wurde.
Das wichtigste an Watchmen ist jedoch das auch die Botschaft übermittelt wird. Die Gesellschaftskritik. Die Historischen Rückblicke in einer Zeit nach dem Vietnmankrieg, während des Kalten Krieges und der Nixon Ära als die Welt kurz vor einem Nuklearkrieg steht. Eine düstere Zeit, die Snyder unglaublich, sogar mit eigenen Ideen (die sparsam, aber gut gewählt wurden) uns übermittelt. Dabei wirkt Watchmen durch die teils sehr patriotischen Szenen keineswegs lächerlich (vielleicht bis auf Night Owls Aussage über den Amerikanischen Traum, was aber auch im Comic etwas kitschig rüberkommt).
Die schonungslose Gewalt in Watchmen ist für einen Film mit einem R Rating ziemlich brachial. Menschen werden in Stücke gerissen, Knochen werden gebrochen, manche verbrannt und nichtmals vor der Szene mit dem Kinderschänder machte Zack Snyder halt und geht hier wesentlich weiter als es der Comic zulässt. Das unsere deutschen Jugendschützer den Film ab 16 freigegeben haben grenzt an wahnsinn und ist einfach nicht nachvollziehbar.
Die Action erinnert manchmal leider etwas an die von 300. Snyder drückt diesen Szenen seinen eigenen Stempel auf. Leider überzeugt er mich damit nicht so ganz. So wirklich kann ich mich mit seiner Inszenierung bei den Kämpfen und anderen Actionszenen nicht anfreunden. Natürlich gibt es aber auch genug Szenen, wo Snyder ohne seinen Slow Motion Effekt auskommt und es auf die klassische Weise regelt.
Die Charaktere brachte Snyder so gut rüber wie es ihm möglich war. Ich habe da sogar mit einer schwächeren Umsetzung gerechnet. Rorschach ist genau so herrlich abgefuckt wie im Comic, und The Comedian wird seiner Vorlage ebenfalls sehr gerecht. Beide Charaktere werden wunderbar dargestellt von Jackie Earle Haley und Jeffrey Dean Morgan. Wobei wohl Jeffrey Dean Morgan die Überraschung sein dürfte, wer hätte ihm zugetraut das er so einem üblen Kerl spielen könnte nach Greys Anatomy. Andere Charaktere wurden jedoch, wie soll ich sagen, nicht schlecht aber anders umgesetzt. So ist mir Miss Jupiter zu sexy und Doctor Manhatten eine Spur zu strange. Manche Charaktere wirken auch einfach recht Blass im Gegensatz zum Comic. Aber man muss kleine Opfer bringen, damit kann man sehr zufrieden sein, kein Charakter wurde entstellt.
Fazit:
Zack Snyder liefert eine mehr als würdige Comciverfilmung ab die der bisherige Höhepunkt im Kinojahr 2009 ist. Ein Film für Erwachsene. So künstlerisch und philosophisch gehalten das es hier wohl so manchem überhaupt nicht gefallen wird. Ich bin jedoch vollkommen zufrieden, schon länger habe ich ein Kino nicht mehr so zufrieden verlassen. Hier muss sich sogar mein geliebtes Sin City geschlagen geben. Zusammen mit The Dark Knight ist auch Watchmen mal wieder die Verfilmung eines Comics die mich so richtig überzeugt hat. Wer bereits im Voraus den Film verurteilt hat oder Zack Snyder sowieso nicht leiden kann, der wird auch nach dem Film keine andere Meinung haben. Allen anderen, die nicht jedem nicht umgesetzten Panel hinterher heulen kann ich hier eine wirklich unterhaltsame wie auch einzigartige Comicverfilmung versprechen die bis auf ihre Slow Motion Effekte ihrer Vorlage sehr gerecht wird. Ich vergebe für die Kinofassung 9 von 10 Punkte. Vielleicht gibt es ja den Highscore für die kommende Unrated Fassung.