Review

(Diese Kritik bezieht sich auf den Director's Cut)

Der Film ist wirklich sehr sehr gut geworden. Snyder hält sich sehr nahe an der Vorlage, verleiht dem Ganzen aber trotzdem seine eigene Note. Synder schafft es sozusagen die ganze Geschichte der Minutemen in einer 5 minütigen Opening Credits Sequenz zu erzählen. Er untermalt es passend dazu mit Bob Dylan's The Times They Are A-Changin'. Imo eine der besten Szenen des ganzen Films und überhaupt eine der besten Opening Credits, die ich jemals gesehen habe! Der Film ist einfach wunderbar fotografiert. Einfach wunderschöne Aufnahmen. Perfekte Kamera! Es gibt unzählige Details, die man sicher erst bei einer zweiten oder dritten Sichtung wahrnimmt.

Alle Schauspieler liefern eine tadellose Performance ab und können auf ganzer Linie überzeugen. Besonders Jackie Earle Haley als Rorschach ist der absolute Überhammer! Am Ende zeigt er sogar richtig Emotionen und es hat mich wirklich sehr gerührt. Es gibt natürlich hier und dort einiges an CGI zu sehen, aber es ging einfach nicht anders. Das gute daran ist aber, dass man als Zuschauer nie das Gefühl hat einen Effekte Film zu sehen. CGI wird hier wirklich nur dann eingesetzt, wenn es auch wirklich nötig ist. Es wirkt also nicht aufgezwungen und es gibt auch nicht zu viel davon. Die Sets und Straßenblöcke sind einfach atemberaubend. Man hat das Gefühl als sei die Stadt aus dem Comic nun auf der Leinwand tatsächlich zum Leben erwacht. Snyder hält sich zudem oft an die Panels und Dialoge aus dem Comic. Wieder ein großes Plus. Das häufig diskutierte Ende stellt imo überhaupt kein Problem da. Es passt am Ende wirklich alles wie die Faust aufs Auge und macht "Klick" beim Zuschauer. Ob es nun besser ist als im Comic muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde es besser und es ergibt imo mehr Sinn.

Hinzu kommt noch die lange Laufzeit von 186 Minuten. Der Film ist zu keiner Sekunde langweilig! Die Zeit vergeht wie im Flug. Der Director's Cut rundet den Film wirklich perfekt ab und verleiht ihm ein sehr ausgewogenes Erzähltempo. Der Film hat nun endlich Zeit zum Durchatmen und kann seine volle Wirkung entfalten. Nichts wirkt mehr gehetzt, Szenenübergänge sind besser/flüssiger und die Charaktere können alle von den zusätzlichen Szenen profitieren. Mehr Character Development wird hier groß geschrieben. Hollis Mason's Tod ist wohl eine meiner absoluten Lieblingsszenen im ganzen Film. Snyder hat sich hier wirklich selbst übertroffen. Ich bin verdammt froh, dass diese Szene nun endlich wieder im Film zu sehen ist! Insgesamt ergeben viele Szenen jetzt auch mehr Sinn und der Film ist insich einfach schlüssiger und runder. Aber man muss trotzdem aufmerksam zuschauen. Man kann sich nicht so einfach berieseln lassen!

Zur Slow-Mo: Ja, sie ist vorhanden, und das nicht wenig. Aber sie wird nicht so oft eingesetzt wie in "300" und wirkt auch nicht deplaziert. Sie untermalt und unterstützt die Szenen hier dieses mal richtig. Somit werden sie zu etwas ganz Besonderem. Mich hat sie Slow-Mo absolut nicht gestört.

Der Soundtrack ist unglaublich genial! Die Song Wahl ist einfach phänomenal. Da gab es schon so einige Gänsehautmomente. Und selbst Nena's "99 Luftballons" passt hier hervorragend. Sehr intelligent von Snyder auf Songs zurückzugreifen, die ohne hin schon im Comic zitiert werden. Hat mir sehr gut gefallen!

Bei meiner ersten Sichtung damals gefiel mir Veidt/Ozymandias (Matthew Goode) nicht so gut. Ich hielt den Schauspieler für fehlbesetzt. Das muss ich jetzt widerrufen. Als ich ihn im O-Ton gesehen habe, hat er mich regelrecht umgehauen! Mir hat sein Schauspiel dieses Mal sehr viel besser gefallen und dieses Mal hat auch seine Körpersprache und sein Gesichtsausdruck gepasset. Schon interessant was der O-Ton so ausmachen kann! Aber was sollte Nixon's Knollnase? Die sieht sowas von unecht aus und hat mich jedesmal ein wenig abgelenkt^^. Aber was soll's. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt.

Und eines steht fest: Watchmen IST ein Meisterwerk und imo definitiv die beste Comicverfilmung überhaupt!

10/10

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