Review

Da die Kenntnis der Comicvorlage nicht gegeben ist, soll an dieser Stelle über die Qualität der Umsetzung kein Wort verloren werden und der Film nur als solches besprochen werden. Und als solcher ist "Watchmen", wenn man denn vorher eher solche Kost wie "Iron Man", "Hulk" oder "Spider-Man" gewohnt ist, irgendwie unerwartet anders. Bis auf Dr. Manhattan punktet hier keiner der Helden mit wirklich außergwöhnlichen Fähigkeiten, im Grunde können sie alle "nur" etwas besser kämpfen als andere, etwas stärkere Batmans wenn man so will. Und auch wenn auf ordentlichen Effekteeinsatz nicht verzichtet wird, so kommt der Film erstaunlich action- und höhepunktsarm daher, wenn man mal die enorme Laufzeit von ca. 155 Minuten (Backcoverangabe) in Betracht zieht und selbst wenn es zur Sache geht, dann eher bodenständig fast nur durch Fäuste und Füße. Die Stärken von "Watchmen" liegen wirklich in der erzählerischen Komponente, denn der Plot schaut sich wie eine Detektiv-/Krimigeschichte im Heldenmilieu, während sich der Streifen enorm viel Zeit nimmt um seine Figuren ordentlich zu beleuchten. Besonders Dr. Manhatten und Rorschach werden in einigen der besten Sequenzen des Films mit mehr Hintergrund ausgestattet und gerade Rorschach, formidale gespielt von Jackie Earle Haley, bekommt ungemein ambivalente Tiefe im Film zugesprochen (sicherlich der Vorlage geschuldet).
Dennoch muss es gesagt werden: Der Film ist sehr, sehr lang und das merkt man. Das nimmt ihm einiges an Intensität und an Spannung und das nicht unerheblich, auch wenn er durchaus Tiefgang zu beiten hat.
"Watchmen" ist eine gelungene Comicverfilmung, der ein paar Minuten weniger durchaus nicht geschadet hätten, die aber ihres etwas anderen Ansatzes wegen durchaus frischen Wind bringt. Sehenswert.

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