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WATCHMEN – THE ULTIMATE CUT

Es ist wenig verwunderlich, dass Zack Snyders Comicverfilmung 2008 nicht den gewünschten Erfolg hatte: Das Publikum war kurz zuvor mit den X-MEN-Filmen und Nolans erstem DARK KNIGHT so richtig schön auf das neue Superheldengenre eingestimmt worden, da brach WATCHMEN schon mit den gerade erst vertrauten Konventionen und erzählte eine gänzlich unerwartete Geschichte, noch zudem auf solch unerwartete Weise.

Denn trotz Snyders typischer flashy Visuals ist WATCHMEN wie schon seine Vorlage eher verkopft und weniger actiongetrieben als der handelsübliche Superheldenfilm. Was dem Comic schließlich das Prädikat „unverfilmbar“ einbrachte. Snyder hat es zwar geschafft, die Bilder (und größtenteils auch Handlung und Dialoge) filmisch umzusetzen, für einen Film ist das Ausgangsmaterial jedoch tatsächlich nur bedingt geeignet.

Nirgends wird dies deutlicher als im sogenannten „Ultimate Cut“ des Films: Während der „Director‘s Cut“ noch gewinnbringend und einigermaßen sinnvoll um 25 Minuten Handlungsszenen und Härten ergänzt wurde, enthält die knapp dreieinhalbstündige (!) „Ultimativfassung“ zusätzlich den eingestreuten „Comic im Comic“ TALES OF THE BLACK FREIGHTER. Das mag in einer Graphic Novel, die ja als Periodikum gerne mal einen Bonuscomic ans Heftende setzt, eine coole Idee sein, hier zerschießt es komplett die ohnehin nur mühsam zusammengehaltene Handlung. Auch im Comic selbst wurde die Piratenstory nur angedeutet und nicht so breitgewalzt wie hier.

Fazit: Snyders Film hat starke Momente, erweitert viele grafische Ideen des Comics gelungen ins Bewegtbild, hat einen starken Cast und eine meist treffende Musikauswahl (mit ein paar kitschigen Ausrutschern). Wie man das WATCHMEN-Universum jedoch wirklich angemessen umsetzen kann, zeigt eher die TV-Serie von 2019 – da passt auch das serielle Format.

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