Review
von Leimbacher-Mario
Weird Guys, you can't fight in here. This is the Killing Room!
„The Killing Room“ ist eine Kreuzung aus reaktionärem Paranoia-Thriller und mysteriös-brutalem Kammerspiel, in etwa „Cube“ oder „Das Experiment“ trifft „Escape Room“ in ernst, asozial und sogar dumm. Wir sehen wie eine vierköpfige Gruppe in einem abgeschotteten Raum einem Test der Regierung unterzogen wird. Nur anstatt einem simplen Ankreuztest entwickelt sich dieses psychologische (und höchst unlogische) Auswahlverfahren zu einem Spiel auf Leben und Tod...
Zu diesem Thriller habe ich ein seltsames Verhältnis. Anfangs war ich recht schnell gefesselt, gepackt, drin und sogar etwas beeindruckt, erst recht wenn man an die sehr mageren vorangegangen Projekte des nicht allzu begabten, eher beliebigen Regisseurs denkt. Doch im Laufe des Films hat sich bei mir immer mehr die Sicherheit eingeschlichen, hier ziemlich Kokolores zu sehen. Mal wieder. Oder klarer ausgedrückt: totalen Bullshit! Leider. Denn in Ansätzen ist das intensiv gemacht, mit Darstellern und Charakterköpfen wie Peter Stormare stark besetzt und mit einer potenziell catchy Grundidee. Nur leider verkackt es der Film dann von Minute zu Minute mehr. Der Hintergrund ist hanebüchen, da bleibt einem manchmal der Mund offen stehen vor lauter Schwachsinn und unfreiwilligen, alles andere als positiven WTF?!-Momenten. Zudem nimmt sich das Ding viel ernster, als es jedes Recht hätte und die Geschichte kommt zudem auch kaum aus den Latschen, ist mit dümmster Paranoia vollgesogen, macht keinen Sinn und ist ausschließlich bevölkert von Unsympathen. Das wäre gerne „Saw“ für Intellektuelle - ist aber so mit das Dümmste, was man aus der Prämisse hätte machen können. Es hakt und stockt an allen Ecken, am Ende fasst man sich nur noch an den Kopf und fragt sich, was man hier für einen Schmarn gesehen hat und wie sich eine klasse Frau und Schauspielerin wie Chloe Sevigny zu sowas hinreißen lassen konnte. Ein scheußlicher Blender durch und durch. Für mich fast eine Art Sargnagel für Herrn Liebesman. Und dennoch durfte er danach noch u.a. den neuen Turtles inszenieren. Mit ähnlichen ernüchternden Ergebnissen...
Fazit: politisch, sozial, logisch und inhaltlich höchst fraglich bis schlicht strunzdumm. Inszenatorisch und schauspielerisch aber durchaus packend und flott. Deswegen bin ich etwas zwiegespalten... nur um dann doch ärgerlich und gefrustet bis zum Abspann durchzuhalten. Insgesamt nimmt er sich viel wichtiger und hält sich für viel cleverer (und spannender!) als er eigentlich ist. Große Klappe, fast nur Brei dahinter. Pustekuchen aus Paranoia und Papperlapapp.