Regisseur Brian Pulido ist einigen eventuell als Comic-Autor bekannt. Bei diesen sollte er künftig besser bleiben, denn sein Langfilmdebüt wirkt so, als hätte er gleich mehrere Comics durcheinander gewürfelt und daraus einen gebastelt.
Nicht ohne spannende Momente, aber ohne ein sichtliche Konzept, worauf seine Geschichte eigentlich hinauslaufen soll.
Im Vordergrund stehen die etwas ungleichen Schwestern Megan und Abby Graves, die jedoch unzertrennlich sind. Megan ist die toughe, abenteuerlustige, Abby eher ängstlich.
Als sie während eines Road-Trips in Arizona die angebliche Geisterstadt Skull City besuchen, werden sie Zeuge eines tödlichen Niederstreckens und befinden sich bald selbst auf der Flucht…
In Unterkategorien lässt sich der Streifen nur schwerlich einordnen, weil er augenscheinlich nicht so genau weiß, worauf er abzielen möchte. Es beginnt wie der übliche Redneck-Terror, dann kommen übersinnliche Aspekte zum Vorschein und beides wird im Verlauf ungeschickt vermischt, bis man gegen Ende eine vage Theorie über einen Dämon einbindet, welcher jedoch zu keiner Zeit visualisiert, noch wirklich erklärt wird.
Hierin liegt wohl auch der Unterschied zwischen einem Comic und einem Film mit sichtlich geringem Budget: Kannst du gut zeichnen, bring es schlicht zu Papier, fehlen dir beim Film die finanziellen Mittel, blende die aufwendigen Sachen einfach aus und verlass dich auf die Wirkung der Geschichte.
Problem: Die Unentschlossenheit des Verlaufs mutet latent merkwürdig und undurchdacht an.
So wird man zwar mit den Schwestern recht schnell warm, sie sind ja auch nett anzuschauen und zudem schlicht, aber sympathisch charakterisiert.
Aber erst einmal in der Geisterstadt angekommen und den Rocker mit seinem tödlichen Hammer in Augenschein genommen, wirkt der Stoff spätestens unausgegoren, als dieser niedergestreckt wird und sich über seinem Körper ein heller Lichtschein bildet und es kurz zischt: Fährt da seine böse Seele gen Hölle oder was sollte das?
Das fragen sich die auf der Flucht befindlichen Schwestern zwar auch, doch diese kurze Szene bleibt bis zur schwachen Auflösung unbeantwortet.
Ein Überraschungseffekt gegen Finale hätte vielleicht noch etwas kaschiert, doch der Eindruck einer diffusen Vermengung mehrerer Horrorfilm-Unterkategorien bleibt.
Dabei ist die raue Kulisse der wüstenähnlichen Umgebung brauchbar, manche Temposzenen in Ordnung und der Einsatz einiger bekannter Gesichter wie Bill Moseley (spielt gut) oder Tony Todd (overacted gnadenlos) erfreulich.
Zwar wird nicht blank gezogen und humorige Elemente wurden auch komplett außen vor gelassen, doch es ist phasenweise genügend Bewegung im Spiel, um nicht komplett das Interesse zu verlieren.
Regisseur Pulido hat gewiss eine vage Ahnung davon, wie ein Horrorfilm zu wirken hat, doch in der Konsequenz verhunzt er den Storyaufbau komplett.
Zudem mangelt es an derben Splatterinhalten, denn wann immer es heftiger wird, beispielsweise, als der Hammer mehrfach geschwungen und die Sichel zigfach niedergestoßen wird, spritzt nur Blut im Off. Es bleiben Kopfschuss per Gewehr, eine abgebissene Nase und ein Kehlenschnitt, doch auch hier ist der partielle Einsatz von CGI zu bemängeln, denn die Qualität jener Effekte gleicht sich dem Budget an.
So entsteht alles in allem ein Mitfiebern auf Sparflamme, die eine oder andere Hatz, von der man gar nicht weiß, aus welchen Beweggründen heraus sie überhaupt stattfindet oder eine Gegenwehr, bei der ungewiss bleibt, gegen wen oder was sie sich richtet. Gleichermaßen vermisst man einen spürbar fiesen Unterton, obgleich hierfür keine expliziten Gewaltszenen nötig sind, doch der allgemeinen Dramaturgie wären sie gewiss dienlich gewesen.
Dazu gesellen sich phantasielose Dialoge vom Reißbrett, mangelnde Originalität in Sachen Ausstattung und eben der größte Knackpunkt der unterentwickelten Geschichte an sich.
Leidlich sehbar, aber kein wirkliches Vergnügen.
Knapp
4 von 10