Rezension zu „Three Questions“ Zur Story:Ein wahnsinniger Menschenquäler nimmt Leute gefangen und gaukelt ihnen vor, sie könnten sich selbst retten, indem sie ihm drei Fragen beantworten, die er einem Kreuzworträtsel entnimmt. Hinzu kommt, dass ein weiterer Mann, der an den Quälereien interessiert ist, den Menschenquäler bei einer seiner Gräueltaten begeleitet. Wird es jemandem gelingen, dem Psychopathen zu entkommen?Das ist die grobe Story des circa 20-minütigen Psychothrillers „Three Questions“ aus dem Hause Worthless Art Entertainment. Man mag sich jetzt vielleicht denken: Hm, das Rad haben die Jungs damit nicht neu erfunden. Aber da würde ich sehr vorsichtig sein, denn von Wegen geradlinige Story: Es gibt einen sehr überraschenden Wendepunkt gegen Ende des Filmes, den ich hier in der Rezension nicht verraten werde (dafür muss man sich den Film schon selbst anschauen). Nur soviel; Man hält sich hier nicht krampfhaft mit Charaktertiefe und anderen Nebensächlichkeiten auf, sondern präsentiert einen kurzen Psychofilm, der von vorn bis hinten durchweg spannend erzählt wird, wozu auch die Darsteller beitragen, aber darauf gehe ich später noch ein. So simpel sich die Geschichte, die hier erzählt wird, auch anhört; es sind in ihr viele Anspielungen versteckt, die von dem wahnsinnigen Mörder ohne Motiv bis hin zu Urängsten des Menschen, wie z.B. „Ich bin in einem engen Raum mit einem wilden Tier / Monster / Psychopathen eingeschlossen und komme hier nicht raus“ reichen.Während die Macher am Anfang des Filmes noch für einen kurzen Schmunzler sorgen, indem sie das Klischee des verarmten Biertrinkers, der sich durch einen Minijob beim Pizzabringdienst Geld verdient und nur mit seiner Unterhose bekleidet in seinem Wohnzimmer auf neue Aufträge wartet, bedienen, wird der Film doch relativ schnell ernster und kommt zur Sache. Der Psychopath (Mathias Nowak alias „Tequila“) ist bei seinen Opfern nicht wählerisch und so kommt es, dass selbst dieser arme Pizzalieferant (Christian Nowak) in die Höhle des Löwen gezogen wird. Dort befindet sich bereits ein anderes Opfer (Michael Laufer), das scheinbar ohnmächtig auf einem Stuhl festgebunden ist. Und schon beginnt der Psychopath dem Pizzalieferanten komische Fragen zu stellen. Wie bereits geschrieben, handelt es sich dabei leider nicht um Fragen zur Lieferung (wie z.B. „Warum ist auf meiner Pizza so wenig Käse?“), sondern er stellt Fragen zur Allgemeinbildung, die er aus einem Kreuzworträtsel entnimmt. Dabei passiert es schon mal, dass bei einer falschen Antwort eben einfach ein Körperteil abgetrennt wird. In den parallelen Außenaufnahmen sieht man, wie unser Psychopath, begleitet von einem Fan (Christof Schröter), der ihn dabei filmt, ein weiteres Opfer (Ivan Valenti Pettino) quält und ermordet. Hier erfahren wir nebenbei, dass der Psychopath dem Fan alles erklärt, jedoch keine Helfer duldet.Das Finale mit dem Pizzalieferanten verrate ich, wie gesagt, nicht. Zu den Darstellern:Hier sei vor allem erstmal ein dickes Lob an Mathias Nowak ausgesprochen, der eine bombastische Ausstrahlung besitzt und tatsächlich für den geneigten Zuschauer zum modernen Antihelden wird. Man vergisst sogar manchmal, dass er gar kein Motiv hat, welches man nachvollziehen könnte, weil er mit solcher Überzeugung und großem Elan seine Rolle verkörpert. Auch Christian Nowak und Michael Laufer liefern hier eine gute Leistung ab. Christian Nowak steht die Panik ins Gesicht geschrieben, Michael hat sich anscheinend bereits seinem Schicksal ergeben und bleibt gleichgültig. Auch panisch wirkt Ivan Valenti Pettino, der gequält wird und bei dessen gequälten Schreien es mich wundert, dass nicht plötzlich Passanten zum Drehort kamen, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist.Christof Schröter wirkt ebenfalls überzeugend in seiner Rolle als begeisterter Einsteiger ins Psychopathengewerbe. Schade, dass diese Rolle nicht etwas vertieft wurde, das hätte bestimmt noch ein nettes Extra werden können. Zur Technik:Die Kameraeinstellungen sind gut gewählt. Man merkt deutlich, dass in Bezug auf Bildkomposition bereits Erfahrungen gesammelt werden konnten. Vor allem die Nahaufnahmen der panischen Opfer empfinde ich als sehr gelungen – sie machen es einem leicht, in den Film einzutauchen. Der Schnitt ist ebenfalls gut. Lediglich in machen Szenen hätte er vielleicht noch etwas knackiger sein können, so z.B. als der Pizzalieferant herein gezogen wird und verdutzt auf dem Boden kniet (solche Einstellungen sind etwas zu lang). Aber das sind Kleinigkeiten, die nicht weiter ins Gewicht fallen.Die FX kommen, wenn sie kommen, gut rüber. Vor allem bei einem nicht näher genannten Abtrennen eines Körperteils, hat man als Mann doch Probleme, sich das emotionslos anzuschauen. Von der Machart her sieht das alles wirklich richtig gut aus. Fazit:Für mich ist es ein sehr gelungener kurzer Psychothriller, der insgesamt gesehen nicht nur als Partyfilm, sondern auch als Psychofilm für Zwischendurch geeignet ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass man sich nach einem langen und stressigen Berufsalltag in solch einem Film ausleben und einfach mal abschalten kann. Ich freue mich schon auf weitere Projekte aus dem Hause Worthless Art Entertainment und würde es außerdem sehr begrüßen, von den Jungs in baldiger Zukunft mal einen abendfüllenden Film zu sehen.