Warum also sollte man sich diesen Film ansehen, wenn man Last House on the Left und auch I Spit on Your Grave gesehen hat? Weil er zum einen nicht Mainstream ist und daneben auch noch aus Argentinien stammt, und bisher habe ich nur einen einzigen Film aus diesem Land gesehen. Die Geschichte hier ist typisch Rape 'n Revenge. Was hier aber auffällt sind auf der einen Seite die Soundeffekte, die ich als absolut passend empfinde. Während der Vergewaltigungen wird der Ton komplett gedämpft und es ist wie mit Watte in den Ohren zu hören. Gleichzeitig wird hier meistens der Herzschlag hervorgehoben, was ich als absolut passend empfinde. Auch an anderen Stellen, wenn z. B. ein Glöckchen oder auch eine Telefonklingel ertönt, macht sich das extrem gut.
Mir lag die Extended Version vor. Viele bemängeln hier die unterschiedliche Bildqualität. Das kann ich nicht bestätigen, denn diese schwankt mehrmals im Verlauf des Films. Z. B. als mit Handkamera im Wagen zu Beginn gefilmt wird, ist die Qualität geringer als bei der Standardverfilmung. Auch in den ergänzten Szenen ist das Bild etwas heller als normal. Stört aber nicht weiter, da sich das Ganze nahtlos in die Szenerie einfügt.
Aber es gibt nicht nur positive Seiten. Was hier sehr ungünstig ausfällt, ist die Nennung der Namen in Bezug auf die Personen. Man weiß zwar irgendwann wie alle heißen, aber aufgrund dessen, dass die Person nicht entsprechend gezeigt wird, fällt es einem schwer den jeweiligen Namen richtig zuzuordnen. Und das betrifft nicht nur die Frauen, denn der Lieutenant ist auch nicht deutlich genug zu erkennen, so dass man am Anfang nur vermuten kann, dass er es ist.
Einige werden dem Film mit Sicherheit vorwerfen, dass er in Anteilen in die Länge gezogen ist. Das ist mit Sicherheit auch der Fall. Trotzdem bin ich aber der Meinung, dass genau diese Momente einen über das Gesehene nachdenken lassen und der Film aus diesem Grund umso grausamer wirkt, als er eh schon ist. Gore an sich wird dabei nur in reduzierter Weise (z. B. aus einer anderen Perspektive) gezeigt, so dass dieser Teil hier eindeutig nicht im Vordergrund steht. Das hätte noch das I-Tüpfelchen bedeutet. Ein für mich insgesamt unterbewerteter Film, der entsprechend seinen großen Vorreitern ebenfalls kein Blatt vor den Mund zu nehmen scheint.