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Aufgrund der Morde und seiner Gewalttätigkeit war Mesrine bis zu seinem Tod in Frankreich Staatsfeind Nummer 1 (ennemi public n° 1). In der Öffentlichkeit war er aufgrund seiner Fähigkeit, mittels Verkleidung unerkannt zu bleiben, auch als Mann mit den tausend Masken bekannt und wurde als moderner Robin Hood stilisiert.

Teil eins des französischen Kinozweiteilers behandelt die ersten Etappen im Leben des bösen Bubs Jacques Mesrine von seinem Einsatz im Algerienkrieg bis zu seinen ersten, von der Öffentlichkeit und Presse so richtig wahrgenommen, Untaten aufgrund der Biographie des wirklichen Mesrine, der seine Memoiren einst im Gefängnis niederschrieb, wobei bereits zu Anfang den Zuschauer inserts informieren, das einige der gezeigten Bilder wohl eher auf Vermutungen, als auf harten Fakten basieren.
Gleich zu Anfang wird Mesrine erstmal erschossen, was gleichzeitig auch das Ende seiner Laufbahn im Jahr 1979 war, nachdem die Polizei sportlich fair ihn von einem Lastwagen durch die Windschutzscheiben final gerettungsschußt hat. Anschließend verfolgen wir die zweifelhaft nachahmenswerte Karriere des Kleinganoven über kleine Einbrüche ohne große Folgen, eine kleine Familie wird gegründet, die sich aber aufgrund seiner Nähe zum großen Gangsterboss der OAS bald zerschlägt, bis dann die ersten Tötungsdelikte nicht lange auf sich warten lassen. Besonders die Szenen in der er einen arabischstämmigen Zuhälter erst absticht und dann lebendig begräbt läßt die Figur Mesrine im Auge des Zusehers alles andere als sonderlich sympathisch erscheinen.
Nach der Immigration nach Kanada führt Jacques sein verkorkstets Leben beinahe unmittelbar fort und darf auch in diesem Land bald die vergitterten Hotelzimmer in einem Hochsicherheitsgefängnis kennenlernen inkl. der nich wirklich human dortigen Behandlungsmethoden seitens der Knastleitung. Dennoch gelingt es nach langer Einzelhaft und zusammen mit einem Kumpel in einem spannenden Part von dort auszubüchsen, um sogar später noch einmal zurückzukommen um wie versprochen seine damaligen Fluchthelfer rauszuholen, naja hat jetzt nicht gerad e wunschgemäß geklappt, aber durchdacht war dieser Mäxchenplan aber auch nicht wirklich.
Der Film bemüht sich dabei einerseits auch die menschlichen Seiten Mesrines zu zeigen, als auch darum seine Taten nicht zu glorifizieren. Es werden nüchtern und sachlich die Etappen abgehandelt, der Zuschauer soll sich dabei sein eigenes Bild des ganzen machen, löblicher Ansatz so was. Vincent Cassel gelingt es dabei diese schwierige Rolle sehr gut zu transportieren und in den vielen verschiedenen Lebenslagen mimisch stets den richtigen Ton zu treffen. Auch Gerard Depardieu darf als Kleinpate sich die Ehre geben, auch wenn er in der Realität jetzt wirklich eine Obelix Figur spazieren trägt, allerdings wird er bereit in diesem Film durch einen satten Kopfschuss aus der Handlung entfernt. Überhaupt kommen einige ziemlich harte und zynische Passagen vor, FSK 18 ist völlig in Ordnung. Hin und wieder schleichen sich zwar auch etwas lanwierige Parts ein, aber ansonsten ist Morinstinkt ein sehr interessantes Stück Zelluloid.
7/10

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