Carolyn führt ein scheinbar normales Leben mit Mann und Kindern, doch dann wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Vor Jahren arbeitete sie als Prostituierte und brachte ihren Zuhälter hinter Gittern. Nun wurde Jake aus dem Knast entlassen und sucht nach Rache.
Wenn ein Thriller noch nie im Fernsehen lief und dann noch für zwei Euro in der Grabbelecke des Ein-Euro-Shops sein Dasein fristet, war das noch selten ein gutes Zeichen. Und tatsächlich entwickelt sich in den laufenden 90 Minuten ein sehr zähes Produkt, das nie richtig in Fahrt kommt und zudem durch massiv dusselige Handlungen der Hauptdarstellerin glänzt.
Die Handlung verläuft brav nach Schema F, jemand kommt aus dem Gefängnis und will sich an demjenigen rächen der ihn da reingebracht hat, so weit schon oft dagewesen. Diesmal erwischt es eine Ex-Bordsteinschwalbe, die jetzt ein gutbürgerliches Leben zusammen mit Politiker-Ehemann und zwei Kids führt. Natürlich ahnt die Familie nix von Mamis Vergangenheit und dadurch wird sie erpreßbar. Als ihr Ex-Freund und Zuhälter aus dem Knast kommt wird erstmal die damalige beste Freundin umgebracht und anschließend Carolyn 25000 Dollar aus den schmalen Rippen gepreßt.
Ab hier zeigt das Script aber erste Dämlichkeiten. Zum einen glaubt Caroly wirklich das nach dieser ersten Erpressung alles vorbei ist (was sich natürlich als Irrtum erweist), zum anderen hätte sie Jake locker bei der Polizei anschwärzen könne, sie hat ja sogar Kontakt zu den Cops, eine einfache Telefonüberwachung, Jake liefert da ja genügend Beweise und der Typ wäre als Wiederholungstäter wohl lebenslang ins Kittchen eingewandert. Ab da hat man als Zuschauer ein Problem. Der Thriller läuft ohnehin schon sehr dröge ab, aber wenn man innerlich die "Heldin" als dumme Trine bezeichnet, an deren Schicksal sie selbst Schuld ist, hat eigentlich jeder Film verloren.
So wartet man geduldig bis endlich die große Rache kommt, aber selbst diese fällt sehr kurz und nicht wirklich sättigend aus. Der Halbtwist am Ende ist zwar eigentlich recht innovativ, aber für 85 Minuten Anlauf viel zu schnell abgehandelt. Vorher muß man sich eben leider durch einige lausige Synchro, langatmiger Erzählweise und vielen Szenen, bei denen ich das Gefühl hatte, das sie lediglich zur Laufzeitausdehnung dienten. Bleibt am Ende eigentlich ein Thriller der genau so nichtssagend wie sein Titel und im Grunde überflüssig ist.
3/10