Review

Diesmal hinter den Linien in Kolumbien…16.10.2009



Und auch diesmal ist nicht viel Handlung geboten, obwohl das Drehbuch deutlich mehr Kniffe an Bord hat als noch der zweite Einsatz der SEALs. War man dereinst hinter nordkoreanischen Linien gefangen, so ist man nun als kleiner Elitetrupp in Kolumbien auf einer Aufklärungsmission. Diese geht schief, als eine bis dato unbekannte dritte Partei neben dem kolumbianischen Militär und den FARC ins Geschehen eingreift. SEALS sterben, einer wird gefangen genommen – und die böse CIA befiehlt den Abbruch der Mission. So nicht, denkt sich der SEALchef in Amerika, denn er will seine Männer nicht im Stich lassen. Also wird kurzerhand der Auftrag geändert, die verbliebenen drei Mann sollen herausfinden, was es mit der dritten Partei auf sich hat und damit das Ansehen der Amerikaner wieder reinwaschen. Und wieder einmal steckt hinter den Aktionen der dritten Partei der legendäre Anlaß…Frau und Kind gemeuchelt, nun auf zur Rache. Am Ende sind die bösen Buben tot und die SEALs wieder heil daheim.



Man hat ein etwas höheres Budget gehabt, denn die WWE war wieder einmal mit dabei – dort versucht man, bekannte Wrestler abseits des Schaukämpfens neu zu positionieren und durch eine derart fein vorangetriebene Diversifikationspolitik mehr Geld einzustreichen. Schauspiel ist Schauspiel, das Risiko also nicht sonderlich hoch – doch welcher Wrestler nun unter den SEALs zu finden ist, vermag ich nicht zu sagen. Insgesamt wirken alle Mann in dieser Produktion weder talentfrei noch sonderlich begabt, aber der Fokus liegt ja auch ganz klar auf der Action – und da Steve Bauer, der gute alte Manny Montana, den Film veredelt, kann man über den Cast insgesamt nichts schlechtes vermelden. Komisch allerdings sind auch hier wieder die Rechenknechtexplosionen, komisch deshalb, weil man in den Achtzigern mit weniger Budget auskommen mußte – und die Tricks dort insgesamt besser waren. Explosionen können doch so schön sein…



Die Actionszenen sind in diesem Film ganz gut verteilt und zum Glück weder nach Bourne-Art geschnitten noch mit der Handkamera gefilmt. Seltsam blutarm geht es aber zu, man wähnt sich bis auf ein, zwei kleine Schußverletzungen im guten alten Western, wo nach Ende der Drehzeit die Kostüme wieder in den Schrank gehängt werden konnten. Wohltuend aber ist der Handlungsort – kolumbianische Dschungel haben durch ihr sattes Grün einfach einen höheren Schauwert las die öden Weiten Nordkoreas oder Serbiens – und in den ersten beiden Filmen wurde sowieso alles in Bulgarien gedreht…will ich nicht mehr sehen, karg ist es auch hier daheim im Herbst, wenn ich aus dem Fenster gucke. Insgesamt der bessere Nachfolger des unerreichten Originals, halt mal wieder ein Truppenfilm wie schon die alten Navy S.E.A.L.S mit Charlie Sheen – der Klassiker des Genres, bis heute unerreicht, auch nicht von diesem ganz ordentlichen Genrevertreter – 6/10.

Details
Ähnliche Filme