kurz angerissen*
Das schrill-bunte Technicolor-Piratenabenteuer mit dem etwas gealterten Errol Flynn in der Zugrolle lässt eskapistische Träume mühelos fliegen, auch wenn nicht immer alles Gold ist, was hier glänzt, sondern manchmal auch nur eines der vielen geschniegelten Kostüme. Einfach gestrickt ist die dennoch spannende Infiltrationsgeschichte, durchschaubar die wenig innovative Figurenkonstellation, die von Flynn im Verbund mit Anthony Quinn als Scheusal und Maureen O’Hara als Frau der Tat geprägt wird. Letztere steht allerdings auch sinnbildlich für das damals geltende Frauenbild: Selbst starke Frauen wie sie werden von durchdringender Unsicherheit gelenkt, während die schwächeren Exemplare Vorfahren einer Daniela Katzenberger zu sein scheinen und in einem Running Gag zum Doofchen objektisiert werden (Alice Kelley als indische Prinzessin).
Im Vergleich mit seinen früheren Filmen mag Flynn eher routiniert durch die Sets spazieren, nicht aber ohne seinen gewohnten Witz und Charme; auch physisch macht er mit 43 Jahren in den Degengefechten noch eine gute Figur. Highlight des Films sind die dynamisch arrangierten Enterszenen, bei denen ausgefallene Kameraperspektiven spannende Blicke auf die Kulissen werfen, auf denen die Darsteller im Fokus furiose Kampfeinlagen bieten, während jene im Hintergrund zum Amusement des Zuschauers fast schon eher Tanzchoreografien mit Degen abliefern.
Unser momentan zeitgemäßestes Medium, die Blu-Ray, lässt den Film in neuem Glanz erstrahlen, entlarvt aber so manche Matte-Painting-Kulisse (etwa das mehrfach gezeigte Hafenpanorama) oder Details im Bereich Kostüm und Maske (z.B. die offensichtlich aufgemalten Blutstriemen nach der Auspeitschung).
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