Zwei junge Studentinnen fahren mit dem Nachtzug von München in die Heimat nach Italien, um dort mit ihren Lieben die Weihnachtsfeiertage zu verbringen. Als sie mitten in der Nacht in einen menschenleeren Anschlusszug umsteigen, gesellen sich zwei Kleinkriminelle, die ihnen im ersten Zug bereits negativ aufgefallen waren, und eine weibliche Komplizin zu ihnen ins Abteil. Aus anfänglichen Anzüglichkeiten und Belästigungen werden schließlich Nötigung und Vergewaltigung. Eines der Mädchen stirbt in Folge eines sexuellen Übergriffs, das andere spring in ihrer Verzweiflung aus dem Zug. Am Zielbahnhof warten die Eltern einer Studentin vergeblich auf das Eintreffen der Mädchen. Wie es der Zufall so will führt ein Unfall dazu, dass sich die drei Verbrecher und die Eltern kennen lernen. Die Eltern laden die Drei zu sich nach Hause ein…
Es wirkt fast als hätte der italienische Regisseur Aldo Lado (MALASTRANA mit Mario Adorf) sich bei MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN ein klitzeklein wenig Wes Cravens Rape&Revenge-Schocker LAST HOUSE ON THE LEFT zum Vorbild genommen. Die Ähnlichkeiten springen einem zwar nicht an, aber sie sind vorhanden und manifestieren sich natürlich im Finale, wenn der Vater einer der Mädchen spitz bekommt, dass die Gäste, die er gerade bewirtet, etwas damit zu tun haben, dass seine geliebte Tochter nicht wie verabredet im Zug saß.
Rein filmtechnisch ist der Film natürlich schnell als italienische Low-Budget-Produktion entlarvt. Der 70er-Jahre-Style wirkt aus heutiger Sicht gewiss etwas schrullig, allerdings wirkt der Film zu keinem Moment billig oder trashig, was wohl damit zu tun hat, dass er schlicht ein Maximum aus seiner packenden Story herausholt und dafür braucht es nun mal keinerlei FX oder sonstigen Schnickschnack.
Der Film rollt langsam an wie ein Regionalzug der Deutschen Bahn. Kommt er aber erst mal richtig in Fahrt, ist Aussteigen unmöglich. Das Martyrium der Mädchen ist wahrlich überaus hart und toppt den Wes Craven Thriller beinahe. Was hier so alles an Sadismus und sexueller Erniedrigung in einem kleinen Zugabteil Platz findet!? Eines der Mädchen kommt gar zu Tode, weil es mit einem Springermesser penetriert wird. Wahrlich abstoßend brutal!
Schauspielerisch kann man alles andere als mäkeln: Die Opfer spielen glaubhaft. Die Ganoven sind schmierig und fies. Das drohende Unheil wird durch das psychotische Mundharmonikaspiel eines der Gangster angekündigt. Unter den Schauspielern finden sich bekannte Gesichter, wie Flavio Bucci und Macha Méril, welche im Zuge ihrer Karriere auch schon mit Dario Argento zusammen gearbeitet haben.
Ankreiden könnte man, dass angesichts des ultraheftigen Vergehens an den Mädchen die Ganoven am Ende fast ein bisschen zu glimpflich davon kommen.
Fazit:
Superfieser Rape&Revenge-Thriller mit leichtem Eurotrash-Bouquet und dabei weitaus weniger reißerisch und sleazig wie I SPIT ON YOUR GRAVE. Auch wenn hier mit hoher Wahrscheinlichkeit LAST HOUSE ON THE LEFT als Vorlage diente, für Horrorfans überaus sehenswert.