Christoph Maria Herbst spielt einen gefühlskalten Geschäftsmann und Bastian Pastewka einen überaus emotionalen und erfolglosen Poolnudelvertreter. Die beiden sitzen zufällig im Flugzeug, das von Wien nach Berlin fliegen soll nebeneinander, aufgrund der Wetterverhältnisse müssen sie jedoch in Bratislava notlanden, von wo aus sie mit dem Zug nach Deutschland fahren müssen. Als sie während der Fahrt aussteigen und der Zug ohne sie weiterfährt, entwickelt sich die Heimfahrt für die beiden zu einer Odyssee durch Osteuropa, bei der sich die beiden vollkommen gegensätzlichen Menschen immer näher kommen.
Nachdem zuletzt "Der Seewolf" überdurchschnittliches deutsches TV-Niveau erreichte, landet Prosieben.sat1-Media nach den katastrophalen "Funny Movies" und weiteren schwachen Produktionen einen zweiten Glückstreffer mit "Zwei Weihnachtsmänner", der den Vergleich mit Hollywoods Weihnachtsfilmen definitiv nicht scheuen muss.
Bei einer Komödie dieser Laufzeit lassen sich kleiner Längen kaum vermeiden, diese werden jedoch von den beiden spielfreudigen Hauptdarstellern gefüllt. Chrisoph Maria Herbst, der hier mal wieder einen Geschäftsmann Marke "Stromberg" spielen darf überzeugt in dieser Rolle erneut voll und ganz, ist dennoch durchaus sympathisch und zeigt, dass er vielseitig einsetzbar ist und spielt gerade dann am besten, wenn er von seiner Rolle abweicht und den Betrunkenen spielt. Bastian Pastewka spielt etwas schlechter als Herbst, ist für eine deutsche Fernsehproduktion aber immer noch im guten Bereich und spielt die Rolle des sympathischen Versagers, die ihm schon immer gelegen hat, sehr liebenswert. Hinzu kommen noch ein paar überaus amüsante Gastauftritte bekannter deutscher Darsteller, so ist Armin Rohde als quarzender Weihnachtsmann einfach klasse, Christian Ulmen belustigt als Zuhälter und Axel Stein als tschechischer Polizist.
Des weiteren ist es die gelungene Regie, die "Zwei Weihnachtsmänner" zu einer unterhaltsamen Komödie macht, zumal mit Tobi Baumann, der zuletzt unter anderem "Der Wixxer" und "Vollidiot" inszenierte ein relativ erfahrener und guter deutscher Regisseur am Werk war. Die Gags sind gut getimt und gelungen dosiert, bestehen meist aus Slapstick und Klamauk, haben aber durchaus eine zufrieden stellende Trefferquote. Hinzu kommen noch ein paar, in Anbetracht des Budgets, gelungene Action-Szenen, die den Film weiter aufwerten. Wie bei Weihnachtskomödien üblich, wird es zum Ende hin immer rührseliger und da macht auch dieses Werk keine Ausnahme, wirklich kitschig und überemotional wird es zum Glück nur gegen Ende, wo man dann allmählich merkt, dass Baumann, der das Happy End zu sehr in die Länge zieht, doch noch Probleme bekommt, die, für eine Komödie enorm hohe Laufzeit zu füllen. Musikalisch ist der Film dabei ebenfalls ziemlich gut unterlegt und die schneeweißen Landschaften, durch die die beiden Chaoten schließlich kommen, können sich ebenfalls sehen lassen.
Die eigentliche Handlung erinnert ein bisschen an den Aufbau eines Roadmovies. Die beiden vollkommen unterschiedlich konstruierten Charaktere, die wenigstens einen kleinen Ansatz emotionaler Tiefe besitzen treffen zufällig aufeinander und befinden sich bald auf einer, zum Glück nicht sonderlich episodenhaft dargestellten, Tour durch Osteuropa. Die Handlung ist dabei ausreichend, ist aber leider sehr vorhersehbar und teilweise etwas zu rührselig, passt aber ganz gut zur Weihnachtszeit.
Fazit:
"Zwei Weihnachtsmänner" ist ein durchaus unterhaltsamer Zweiteiler, der mit seinen gelungenen Gags und den spielfreudigen Darstellern weit über dem durchschnittlichen deutschen TV-Niveau liegt, auch wenn zum Ende hin zu viel Kitsch serviert wird und es die eine oder andere Länge gibt.
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