Als neue Offiziere aus England eintreffen und Captain Sharpe das Kommando über sein Regiment “South Essex”. Um es zurück zu bekommen, hat er die Möglichkeit, bei einer waghalsigen Aktion die Festung Badajoz zu befreien, wozu er sich letztendlich auch entschließt, als er erfährt, daß seine Angebetete Teresa zusammen mit ihrer kleinen Tochter dort eingeschlossen ist.
Nach dem Vorgänger sind wir im dritten Teil der Scharfschützenserie ins Jahr 1812 vorgerückt. Napoleon hat sich immer noch in Spanien breitgemacht, was die Briten schnellstmöglich zu ändern gedenken, indem sie zwei strategisch wichtige Grenzfestungen angreifen, um so weiter nach Spanien vorrücken zu können. Neu auch das Sharpe inzwischen fest mit seiner Teresa liiert ist und nebenbei erfährt, das er Vater einer Tochter geworden ist.
Dafür gings die Karriereleiter mal wieder nach unten, vom Captain zum Lieutenant (auch wenn er schon mal mit Colonel angeredet wird, aber das dürfte die Synchro verbockt haben). Um den Fehler wieder auszumerzen und seine in der Festung eingeschlossene Familie zu retten, meldet er sich mit aller Kraft zu einem Selbstmordkommando, um die Mauern als erster erklettern zu dürfen (so ein wenig karrieregeil scheint unser großer Held schon zu sein, dann doch lieber einen militärischen Rang tiefer, statt dem sicheren Tod vor der Brust).
Zweiter großer Erzählstrang ist die Begegnung mit seinem alten Erzfeind, dem er sogar seine netten Peitschenstriemen auf dem Rücken zu verdanken hat. Dieser wird herrlich sadistisch von Charakterkopf Pete Postlethwaite gespielt. Er gibt der Figur ähnlich klischeehafte Bösewichtszüge wie der Major im Vorgänger, aber bei ihm funktionieren dies irgendwie deutlich besser. Die beiden liefern sich ein herzhaft fieses Duell, was sich sogar bis auf die Mauern der Festung fortsetzt. Vor allem Sharpe darf auch mal seine schlecht gelaunte Seite zeigen, was man aus den ersten beiden Teilen nicht unbedingt so kannte.
Ich hatte auch den Eindruck, das die Produzenten etwas mehr Kohle zur Verfügung stellten. Speziell die Massenszenen bei der Erstürmung sehen fast richtig nach Kino aus. Die Uniformen aus dem großen Fundus sind gewohnt farbenprächtig. Dank Postlethwaites großem Spiel kommt auch mehr Stimmung in die Partie, so daß er einfach runder wirkt als der Vorgänger.
Auffällig bei beiden DVDs waren jedoch ärgerliche Tonprobleme. Die Lautstärke hat sich selbst ständig um ein paar Dezibel hoch und runtergesteuert, so daß einheitliches Hören schier unmöglich war, wenn man nicht alle paar Augenblicke mit der Fernbedienung nachgesteuert hat. So was ist einfach lästig, zumal sie OVP gekauft wurden, wenn auch von der Grabbeltheke.
7/10