Klassische Vampirfilme bekommt man heutzutage kaum mehr zu Gesicht, da wurde spätestens mit „Bram Stoker´s Dracula“ alles in die Waagschale moderner Filmmittel geworfen und ein pompöser Auftritt hingelegt, - mehr ließ sich aus der Geschichte kaum herauskitzeln. Ergo mussten modernere Vampire her, so welche wie in „Underworld“, „From Dusk Till Dawn“ oder „Blade“.
Und auch in diesem B-Movie bekommen die Blutsauger ein paar ungewöhnliche Attribute zugesprochen.
Denn die vierköpfige Gruppe von Vampiren um Benedict befindet sich im Kampf ums knapp gewordene, reine Menschenblut mit anderen Vampiren.
Auf ihrer Tour Richtung Hollywood ahnen sie noch nicht, dass ihnen ein selbst ernannter Priester (Tim Thomerson) seit einiger Zeit folgt, da er eine alte Rechnung offen hat…
Einzig Ken Foree kann nach der etwas unglücklichen Exposition ein wenig Licht ins Dunkel bringen und als Erzähler kurz erläutern, warum eine Bitch, die im Redneck-Diner gerade ein Blutbad angerichtet hat und sich daraufhin übergeben muss, von einem Typen abgeholt wird, der diese Situation ohne sichtliche Anteilnahme zur Kenntnis nimmt: Moderne Vampire eben! Da hört man fast so etwas wie eine leichte Sozialkritik heraus, denn Menschen haben nicht nur die Umwelt, sondern auch sich selbst vergiftet, weshalb es die Blutsauger vermehrt zu jungen Eltern und ihrem Nachwuchs zieht.
Glück für Trashfreunde, Splatterfans und Zuschauer ohne moralische Bedenken: Ein paar solcher Szenen finden sich ebenso, wie einige recht ansehnliche Gewalteffekte, die von heraushängenden Augäpfeln, diversen Bissen bis Kehlenschnitt reichen.
Inszenatorisch nimmt man also kein Blatt vorm Mund und gibt sich andererseits auch nicht allzu ernst, denn der Priester, der im Zusammenspiel mit einer raubeinigen Dunkelhäutigen ein nettes Buddy-Gespann abgibt, haut ein paar lockere Sprüche raus und wird mit der Zeit immer sympathischer, nachdem es einige Zeit dauert, jenen Helden mit Trauma überhaupt erst als Identifikationsfigur zu akzeptieren.
Die mangelnde Bindung zum Geschehen ist ein Manko, welches primär während des ersten Drittels vorherrscht.
Letztlich gestaltet sich der Ablauf jedoch deutlich bunter mit kleineren Actioneinlagen, etwa einer Autoverfolgung in der Wüste oder Schwertkämpfen zwischen Gut und Böse, welche folgerichtig den Finalpart dominieren werden.
Zudem wird das Geschehen immer mal wieder durch nackte Frauenoberkörper aufgelockert, während gleichermaßen mit Klischees älterer Vampirfilme gespielt wird (Verbrennen bei Tageslicht, spitze Eckzähne, Heiliges Kreuz zur Abschreckung).
Der billige Look, die teilweise etwas hölzern agierenden Darsteller und der schwache Score fallen am Ende gar nicht so sehr ins Gewicht, auch wenn es im Gesamtbild etwas spannender zugehen könnte.
Somit hat Jay Woelfel („Ghost Lake“) einen passablen Vampirfilm kreiert, der zwar eine Weile benötigt, um seinen Faden aufzunehmen, dann aber recht ordentlich mit passablen Splatterszenen gespickt ist und auch mal kleinere Aufheiterungen bereithält.
Das geringe Budget ist augenscheinlich, die Geschichte im Kern nicht sonderlich innovativ, doch um Abwechslung und Sympathien ist der Streifen größtenteils mit Erfolg bemüht.
6 von 10