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Filme, in denen Musiker ihr "Schauspieltalent" zum besten geben, gibt es genug. Ob nun Madonna, Whitney Huston oder Britney Spears, die Millionen, die es schon fürs trällern gibt, reichen den Meisten nicht aus. Vor allem auch Rapper müssen sich immer wieder versuchen selbst zu beweisen, wie toll sie doch spielen können. Seltene Ausnahmen, wie LL Cool J, die wirklich spielen können, bleiben dabei aber die Ausnahme. Das auch Beyonce schauspielern will, hat sie bereits in "Der rosarote Panther" oder "The Fighting Temptations" gezeigt, dass dies aber auch von ihr kein wirkliches Talent ist leider ebenfalls. Allerdings, so ein Desaster wir ihr selbst produzierter Streifen "Obsessed" waren die anderen Filme dann doch bei Leibe nicht.

Nein, also "Obsessed" ist nun wirklich mit das Schlimmste vom schlimmsten, was es momentan im Kino auszuhalten gilt, denn hier stimmt wirklich absolut gar nichts. Schon die Story ist absoluter Dreck und lief so schon zu tausenden Malen auf der Leinwand: Ein glückliches Ehepaar, eine Blondine die sich in den Kerl verliebt und ihm dann an die Wäsche will, ohne Rücksicht auf Verluste. Ehemann bleibt aber seiner Frau treu, die das aber nicht glaubt und den Alten erst einmal an die Luft setzt. Blondine verschwindet irgendwann, Mann zieht wieder bei Frau ein und Blondine taucht wieder auf. Ehefrau tötet Blondine beim Catfight und alles ist wieder Bluna... Wem ich jetzt zuviel verraten habe, bei dem will ich mich gleich mal entschuldigen, aber glaubt mir, Ihr hättet es von der ersten Minute an gewusst, wie hier der Hase läuft. Denn hier gibt es wirklich nichts, was auch nur annähernd den Zuschauer dazu bringt, so etwas wie Spannung oder Mitgefühl bei den Figuren zu fühlen.

Denn das Ganze ist nicht nur vorhersehbar bis ins tiefste Mark, auch die Figuren lassen einen vollkommen kalt. Die Charakterzeichnung ist von aller übelster Sorte, jeder agiert vollkommen so, wie man es erwartet. Und das leider im braven Sinne. Denn die einzig Böse an der Geschichte bleibt hier das Blondchen, alle anderen sind brav wie die Lämmer und strahlen dieses Gefühl bis zum bersten aus. Nein, nicht auch nur einmal wird hier der betörte Ehegatte schwach. Vielleicht schäkert er mal ein bisschen herum, aber schon einen Flirt darf man nicht von ihm erwarten, geschweige denn mehr. Denn er ist ja Familienvater und liebender Ehegatte und hat somit keinerlei Ambitionen, bei der blonden Furie mal anzustechen. Warum die Gute dann aber trotzdem immer noch volle Möhre sich daran macht, dass der Alte endlich sein Rohr in ihr versenkt, bleibt jedenfalls bis zum Schluss fraglich.

Es muss einfach irgendwie mit der Tatsache zusammenhängen, dass der Film einfach nur ein kleines Thrillerfilmchen mit Romance-Touch sein will, das aber in keinster Weise gegen die heilligen Regeln von Familie und Ehe verstoßen will. Quasi der Wille einen Thrill beim Zuschauer zu fabrizieren, ohne dass sich auch nur der geringste irgendwo angegriffen fühlen könnte. Denn wenn der Schwarze auf die kleine weiße Blondine eingehen würde, dann könnten irgendwelche übereifrigen Moralapostel dem Film fast schon wieder Rassismus gegen Hautfarbe oder Geschlecht vorwerfen, so nach dem Motto: "Ist ja mal wieder typisch Mann und dazu auch noch schwarz". Das der Film dabei aber trotzdem äußerst rassistisch ist, weil natürlich die kleine weiße Blondine bis zum Schluss nur aufs ficken aus ist und ansonsten wohl keine Funktionen bedient, das fällt anscheinend niemanden auf. Die sind nun mal so, aber alle anderen sind doch bitte Heillig!

Kurzum, dass Ganze ist wirklich ein grauenhaftes Gebräu von einem Film, dem man allerdings in Gesellschaft trotzdem dreckig etwas abgewinnen kann: Denn über derat viel pürierten Stuss auf der Leinwand kann man sich durchaus lustig machen. Jedesmal wenn man sich denkt, schlimmer geht es nicht, dann geht es noch schlimmer. Jedesmal wenn man denkt, dass das gerade Gezeigte nicht mehr in Sachen Dummheit zu toppen ist, setzen die Macher noch eins drauf. Der Cat-Fight am Ende des Streifens ist da, ohne Frage, das absolute Highlight in Sachen "Ich lach mich schlapp, wat'n Scheiss"! Und als wäre der Inhalt nicht schon schlimm genug, so kommt auch noch die schlampige Inszenierung hinzu, vor allem was die Schnitttechnik angeht. Ich sag nur: Kind schläft, Schnitt, Kind wach, Schnitt, Kind schläft. Oder Glas steht aufm Tisch, Cut, Glas ist verschwunden, Cut, Glas wieder aufm Tisch. Aber auch die grässliche Musikuntermahlung, sowie die fürchterliche Regiearbeit führen zu Wunden an Aug und Ohr. Und leider muss man auch sagen: Trotz dreckiger Fremdschäm-Comedy beim ersten Mal, ein zweites Mal hält man das Ganze nicht aus und wer sich entschieden hat "Obsessed" ganz allein anzusehen, der dürfte auch nach gut 30 Minuten spätestens schreiend den Saal verlassen.

Abgerundet wird der ganze Käse dann noch von den Darstellerleistungen. Auch wenn Hauptdarsteller Idris Elba noch so einigermaßen geht, was die beiden Damen betrifft, ist leider Hopfen und Malz verloren. Beyonce Knowles ist nun wirklich am Boden ihrer Schauspielkarriere angekommen und Ali Larter agiert hier derart über, dass man es kaum glauben kann. Overacting in einer neuen, sicher noch nie so schlecht dagewesen Art und Weise, nichts anderes führt uns hier Larter vor. Aber auch alle anderen Darsteller sind einfach zum fürchten, egal ob man sie kennt oder nicht.

Fazit: Der zweite Himbeerenkandidat des Jahres, nach "The Spirit", heißt "Obsessed". Denn etwas Schlechteres ist wirklich kaum noch möglich. Die Story ist in jedem Winkel unterirdisch, das Treiben Klischeehaft und bis in die letzte Minute vorhersehbar und alle Figuren, außer die böse Blondine, sind so derart kreuzbrav und charakterlich unterirdisch ausgefallen, dass man sich beim ersten Mal gucken vielleicht noch dreckig, über so viel Hirnschiss am Stück, amüsiert, danach aber nie wieder irgend etwas mit diesem Film zu tun haben will. Nein, hier geht wirklich absolut gar nichts und die hundsgemein miese Inszenierung, so wie die grausigen Darstellerleistungen geben dem Ganzen dann schließlich den Rest. Möge Beyonce nie wieder einen Film produzieren!

Wertung: 1,5+/10 Punkte

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