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Juni 1813 - Dem South Essex mangelt es nun an Männern. Als Wellington davon in Kenntnis gesetzt wird, dass keine Rekruten mehr abrufbar sind, schickt er Sharpe nach England, um sich der Sache anzunehmen. Als Sharpe und Harper in England eintreffen informiert man sie, dass in Chelmsford 700 Männer auf sie warten. Doch als sie dort ankommen finden sie lediglich eine verlassene Kaserne vor und keine Spur des verschollenen Regiments. Als sie später einen alten Freund besuchen, werden Harper und Sharpe angegriffen. Sie entschließen sich ihren Tod vorzutäuschen, neue Identitäten anzunehmen und sich zum Dienst zu melden um zu erfahren, was hinter dieser mysteriösen Situation steckt.

Eine etwas anders geartete Scharfschützen Episode stellt das verschollene Bataillon, denn zum einen spielt beinahe die komplette Handlung in England selbst, Wellington ist gar nicht zu sehen und auch das Kriegsgeschehen beschränkt sich auf zwei eher schwächere Gefechte zu Beginn und Ende. Schwächer deshalb weil es sichtbar dieselbe Location ist und ebenso sichtbar zeitgleich mit demselben Personal gedreht wurde. Aber wie gesagt, der Schwerpunkt liegt hier anderswo.
Stattdessen müssen Sharpe und Harper nach England zurück, weil ihnen die Franzosen zu viele Männer weggeschossen haben, um nachzurekrutieren. Hier wandelt sich die Story doch stark vom normalen Kriegs-Fernsehfilm hin zu fast einem kleinen Krimi, denn das vermeintliche Verstärkungsbatallion ist verschwunden, auf beide wird ein Mordanschlag verübt, so wird dann schnell der eigene Tod vorgetäuscht und man kommt auf die Spur korrupter Beamten, die die Soldaten an andere Einheiten verkaufen und das Geld in die eigene Tasche wirtschaften.
Es macht aber Spaß den beiden Helden bei der Undercover Arbeit als einfache Rekruten zuzuschauen. Der Drill ist hart aber unfair, aber als Zuschauer kann man sich schon drauf freuen, wie Sharpe am Ende den völlig überzeichneten Schikaneuren die Quittung präsentiert.
Soweit ist die Handlung nett und abwechslungsreich nur eine Sache geht mir inzwischen doch ordentlich auf den Sender, nämlich diese ewige Schwerenöterei. Hier knattert Sharpe erst eine verwitwete Aristokratin, treibt sonst was bei einem Gelage mit einer Jugendfreundin und gibt am Ende ein Eheversprechen an die Nichte eines korrupten Militärs. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe hat er hier mit seiner privaten Flinte öfter gefeuert als mit seinem Gewehr und die Reihe sollte umbenannt werden von Sharpe´s Rifles in Sharpes Schürzenjäger.
Da hier sogar der englische Herrscher mitspielt hat man in Sachen aufwendiger Kostüme sogar nochmal eine Schippe draufgelegt. Zusammen mit den gewohnt gut agierenden Darstellern und der Story kann man durchaus von einer gelungenen Episode sprechen.
7/10

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