Nachdem die letzte Schlacht geschlagen ist, ist der Krieg auf der Halbinsel für die Briten und ihre Alliierten nun endlich vorbei, doch Sharpe hat noch weiter zu kämpfen.. Sein langjähriger Feind Ducos unterstellt ihm, er habe Napoleons Schätze gestohlen. Sharpe wird auch von seiner Frau Jane verlassen, die nach England zurückkehrt und dort den gutaussehenden Lord Rossendale trifft. Auf der Flucht vor sowohl den Engländern als auch den Franzosen muss Sharpe nun seine Unschuld beweisen.
Napoleons Schatz war für mich leider die bisher schlechteste Episode der sonst wirklich gelungenen Filmserie und das gleich aus mehreren Gründen. Es wiederholt sich eigentlich fast alles, was man schon mehrfach in den vorherigen Filmen erlebt hat. Ob das jetzt der Romanvorlage geschuldet ist oder den Drehbuchautoren die Ideen ausgegangen sind sei mal dahingestellt.
Stattdessen werden alte Motive neu aufgekocht. Wieder muß sich Sharpe mit einem hochgradig unfähigen Vorgesetzten auseinandersetzen, wieder verläßt ihn eine Frau, wieder muß Action der Dialoglastigkeit weichen, das haben wir bereits mehrfach alles gesehen. Die einzigen "wieder" die Freude machen ist die Rückkehr von Erzfeind Ducos und natürlich der dritte Auftritt der menschlichen Prothese Frederickson, der hier sogar quasi die Rolle übernimmt, die sonst eigentlich Lt. Harper inne hatte.
Zudem nimmt dieser seltsame Plot um Jane und ihre Raffzahn Freundin viel zu viel Raum ein. Es wirkt auch emotional höchst unlogisch das sie ihn verläßt, bloß weil sich Sharpe zum Ende seiner Laufbahn ein Duell leistet (und das auch nur um die Ehre der undankbaren Kröte zu verteidigen) statt stantepede nach dem Gefecht zurück zu kehren. Da schwört man sich Episodenlang ganz doll die Liebe und nun verläßt sie ihn wegen dem Kinkerlitzchen, schnappt sich auch gleich in England einen Neuen und klaut sogar Richards ganzes Vermögen. Sorry, aber so ein Verhalten ist unlogisch (wenn auch durch Fremdeinflüsterung indoktriniert) und hinterläßt beim Zuschauer eigentlich nur ein blöde Schl..pe Eindruck. Ganz schlecht geschrieben.
Da fallen die guten Szenen fast unter den Tisch. Hier ist nach dem Fall von Toulouse der Krieg offiziell beendet, aber Ducos fingiert, als letzte Schelmerei, Beweise die Sharpe dem Diebstahl der napoleonischen Kriegskasse unterschiebt und dieser nun für seine Unschuld kämpfen muß. Auch die Actionszene zu Beginn, der Erstürmung eines französisch gehaltenen Hügels gehört zu den besten der Serie, aber dann ist es auch schnell vorbei mit der Herrlichkeit. Man weiß ja ohnehin das Napoleon aus der Verbannung zurückkehren wird und zwei Episoden später sein Waterloo erlebt. Nee, sorry, aber das hier ist eigentlich pures Recycling vorheriger Erlebnisse und zusätzlich ein Melodramansatz der mit Realismus kaum etwas zu tun hat.
5/10